Review

Sechzehn Jahre musste man auf das Sequel von " American Werewolf  " warten und dann ist nicht mal John Landis mit von der Partie, welcher das Original von 1981 inszenierte. Regisseur Anthony Waller hat es dem Thriller " Stille Zeugin " zu verdanken, dass er diesen Job hier bekam, denn dort lieferte er eine tolle Leistung. Hier kann man ihm auch keine Vorwürfe machen, höchstens den Produzenten, denn die hätten sich " American Werewolf in Paris " ruhig noch mehr kosten lassen können, als schlappe 22 Millionen Dollar, denn hier sind einige CGI Szenen vertreten, die das Gesamtbild des Films verschlechtern. Immerhin kam es zur Kinoauswertung, aber an das Original kommt man hiermit lang nicht heran.
Story:
Andy (Tom Everett Scott) macht mit seinen Kumpels Brad (Vince Vieluf) und Chris (Phil Buckman) eine Tour nach Paris. Dort bewahrt Andy die hübsche Serafine (Julie Delpy) vor dem Selbstmord. Gleichzeitig hat er sich in sie verliebt und will versuchen ihr zu helfen. Aber damit bringt er nicht nur sich, sondern auch Brad und Vince in Gefahr. Serafine wurde von einem Werwolf gebissen und verwandelt sich bei Vollmond in eine Bestie. Andy erleidet bald das selbe Schicksal, er wird von einem Werwolf verletzt. Von da an beginnt er sich zu verändern und vor allem der fiese Claude (Pierre Cosso ) hegt Interesse an Andy, denn er will mit dieser Gabe eine neue Menschheit kreieren und dafür müssen viele Menschen sterben. Andy und Serafine wollen Claude aufhalten.

Man versucht auf der selben Schiene wie Landis zu fahren, doch das funktioniert nur bedingt. Man hat sich zwar für die Kulissen einige unheimliche Orte ausgesucht, wie die Kanalisation, abgelegene Gebäude, oder die U-Bahn, aber das Spannungsniveau des Erstlings erreicht man lange nicht. Das mag auch daran liegen, dass dieser Film noch humorvoller daherkommt und die Gags funktionieren sehr gut. Nur das 08/15 Geplänkel am Anfang im Zug und dieses pubertäre Geschwätz danach hätte man sich sparen können. Dieses Thema halte ich schon für zu ausgelutscht. Aber über den restlichen Humor, der sogar ein paar winzige Slapstickeinlagen zulässt, kann man sich nicht beklagen. Zum Teil werden die armen Franzosen ganz schon durch den Kakao gezogen. Auf der einen Seite gibt es dem Film Pepp, auf der Anderen leidet auch die Spannung darunter. Schocks bleiben ganz aus, während es doch einige atmosphärische Momente gibt, die zumindest gut gruseln. Auch die eigene Kameraperspektive für die Werwölfe ist eine nette Idee, obwohl sie nur dafür da ist, damit man die Werwölfe nicht zu lange sieht. Denn hier hat der Film ein großes Manko, Im Original setzte man auf pure Handarbeit und ein Mensch musste sich in das Wolfskostüm zwängen, hier lässt man den Computer diese Arbeit erledigen. Die Verwandlungen sind ja noch gut geworden, aber die Attacken der Werwölfe und allgemein die Bewegungen wurden ziemlich schlecht kreiert, oder in den Film hineinkopiert.
Aber die temporeich umgesetzte Story macht Einiges wieder wett. Natürlich steht im Kern die sich anbahnende Romanze zwischen Andy und Serafine, wobei auch einige erotische Szenen nicht fehlen dürfen. Die Idee mit den Untoten hat man vom Original geklaut und auch hier finden sich einige störende Computereffekte, gleichzeitig ist das Ganze wieder so witzig, dass man sich darüber gar nicht mehr aufregt. Mit Goreszenen geizt Waller ganz besonders. Es gibt zwar viele Tote, doch man bekommt keinen einzigen Mord richtig zu Gesicht. Hier und da suppt mal ein bisschen Blut, aber es wird immer sofort weggeblendet, wenn es ans Eingemachte geht. Hier hätte man ruhig noch blutiger ans Werk gehen können, denn ich finde die FSK 16 Freigabe ist so noch lange nicht ausgereizt.
Die Darsteller machen aber gute Jobs. Tom Everett Scott hätte ich so eine Rolle gar nicht zugetraut, doch er bringt es zustande sympatisch und humorvoll zu wirken. Julie Delpy hat schauspielerisch wesentlich mehr Talent, als Scott, obendrauf darf sie sehr deutlich ihren Körper präsentieren. Gut gefallen hat mir noch Pierre Cosso, als Claude.

Fazit:
Es ist kein absolut würdiges Sequel, aber zumindest ein Gutes. Die Darsteller machen einen guten Job, die Story wird ohne Durststrecken erzählt, dafür jedoch mit zu wenig Spannung. Auch die CGI Effekte trüben den Spass, zudem ist das Ganze ein bisschen zu unblutig. Den Humoranteil hingegen, hat man erhöht und da kann man sich als Zuschauer sehr gut amüsieren. Ich denke aber, dass Landis wesentlich mehr aus dem Stoff herausgeholt hätte, aber auch dieses Resultat kann sich durchaus sehen lassen.

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