Review

"American Werewolf in London" ist für mich der beste Werwolf-Film aller Zeiten, genau aus diesem Grund habe ich mich lange vor dieser späten Fortsetzung gedrückt. Und die Zweifel waren absolut gerechtfertigt. 1997, also 16 Jahre nach dem großen Klassiker, kam "American Werewolf in Paris" in die Kinos und ich muss mich allen Ernstes fragen, wieso dieser Film offiziell als Fortsetzung anerkannt wird? Dieser Film hat rein gar nichts, was den ersten Teil so grandios gemacht hat. Hier wirkt rein gar nichts wie eine Fortsetzung, sondern eher wie ein platter Nachklapp eines meisterhaften Films. Die Story klingt zwar ähnlich wie im ersten Teil, ist aber als Gesamtpaket betrachtet doch um einiges flacher. Drei junge Erwachsene reisen nach Paris um dort ihren Urlaub zu genießen. Nach einer Nacht auf dem Eiffelturm, lernt Andy die mysteriöse Serafine kennen, die, wie soll es auch anders sein, ein Werwolf ist. Durch Andys Entschlossenheit, diese Frau wiederzusehen landen er und seine Kumpanen in einem Club, wo eine ganze Armee von Werwölfen hausen. Durch eine Hetzjagd in der Kanalisation wird Andy schließlich auch zum Werwolf, doch er gibt sich nicht damit zufrieden und möchte Alles tun um wieder ein Mensch zu werden. Was den ersten Teil so wunderbar machte, war zum Einen der charismatische Hauptdarsteller, der seine Situation viel glaubwürdiger rüber gebracht hat. Zudem hatte der Vorgänger diesen fantastischen schwarzen Humor, welcher aber in der Fortsetzung völlig flöten gegangen ist. Hier ist der Humor-Grad nahe am Klamauk, mit viel Fantasie könnte man sogar sagen, dass "American Werewolf in Paris" eine Mischung aus einem herkömmlichen Werwolf-Film und der American Pie Reihe ist. Die Witze sind derart platt und einfallslos, dass man später sogar versucht nur aus Mitleid mit zu lachen. Auch von den Effekten her wurde ich maßlos Enttäuscht. Allein die überragende Verwandlungsszene aus dem ersten Teil, gehört für mich zu den großen Sternstunden der Filmkunst und wurde zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet. Hier wirken die Effekte, insbesondere die Verwandlungsszenen total lieblos und überhaupt nicht spektakulär. Gerade bei Andys erster Verwandlung hätte ich mir viel mehr Leid und Schmerz von ihm gewünscht. Stattdessen hüpft er hier in einen Brunnen, nach einer total lächerlichen Halbsex-Szene und ist im Handumdrehen der Werwolf. Ebenfalls gestört haben die ganzen anderen Werwölfe. Im ersten Teil ging es hauptsächlich und David und seinem sonderbaren Zustand. Doch hier bekommen wir dutzende Werwölfe geboten, die zudem noch Mitglied in einem komischen Kult sind. Auch hier sieht unser Hauptdarsteller wieder Untote, doch auch diese Szenen sind derart einfallslos gemacht, dass man sich wirklich fragt, ob man wirklich eine Fortsetzung oder gar schon eine misslungene Parodie sieht. Was ich dem Film hoch anrechne ist, dass er zu keiner Sekunde langweilig wird. Spannung ist jede Menge vorhanden und man bekommt allgemein einen Recht kurzweiligen Film geboten, auch wenn der Showdown ebenfalls total lächerlich wirkt und so gar nichts vom Charme des Originals versprühen kann. Achja und die Musik ist ebenfalls ein absoluter Alptraum. Bei diversen Verfolgungsjagden, die eigentlich recht dramatisch wirken, bekommt man hier völlig unpassende gute Laune Musik geboten. Auch hier ist das Original deutlich stärker, besonders der Abspannsong "Blue Moon" hat es mir total angetan.
Auch wenn ich den Film ziemlich schlecht fand, so kann ich Diesen dennoch allen Horror - und Werwolf-Fans empfehlen. Unsere 3 Jungs machen einen recht guten Job, der Rest ist eher zweite Liga. Allerdings werden die großen Fans von "American Werewolf in London" mit Sicherheit maßlos enttäuscht werden.


Fazit : Als Fortsetzung fast schon eine bodenlose Frechheit. Als reiner Werwolf-Film betrachtet geht dieser Streifen noch, auch wenn es deutlich bessere Filme dieser Art gibt. Nicht mal ansatzweise vergleichbar mit dem Hammerfilm von 1981!


6/10

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