Review

"American Werewolf 2" ist, wie viele Nachfolger von erfolgreichen und tollen Orginalen, leider nur eine schwache Fortsetzung; denn eigentlich alles an dem Film ist mittelmässig: Darsteller, Effekte (nein die sind unterdurchschnittlich), Spannung und und und....

Dabei fängt es eigentlich ganz gut an, die stimmig geschnittene Eingangssequenz zwischen Orchester und Opfer macht Lust auf mehr. Doch spätestens als die drei jungen Amerikaner im Zug gen Paris fahren weiss man, was einen erwartet: ein seichter, mit billigen Zoten durchzogener (oh Gott ich habe nicht mitgezählt wieviele male sich Leute den Kopf bei irgendwas gestossen haben) Streifen, der die Grundidee des Orginals in die "Gegenwart" mit übernimmt.

Nein soo schlimm sind die Darsteller nun doch nicht; man geht mit geringsten Erwartungen heran und wird dann doch nicht so stark enttäuscht, wie man es Anfangs vermutete. Identifikationsfiguren oder Sympathiesanten sind nicht auffindbar, denn es wird äußerst oberflächlich agiert.
Einzig und allein Julie Delpy als zerbrechliches Werwolfswesen mag überzeugen - ihre Brüste tun den Rest! :-)

Die scheinen auch "echt" zu sein - im Gegensatz zu den Werwölfen, welche aussehen, als währen sie durchgehend am Computer entstanden. Ein schwerwiegender Fehler, denn so wird die ohnehin nicht starke Atmosphäre vollends zerstört. Zwischen peinlich und passabel (mit starker Tendenz zu peinlich) sind diese Effekte. Vor allem die Bewegungen der Wer(?)Wölfe sind zum lachen - schade, da hätte man mehr draus machen können. Siehe Teil 1 - 15 Jahre früher gedreht, aber in dieser Hinsicht um einiges besser. Gute alte Handarbeit eben; die Oscar-Prämierung der Spezial-Effekte war verdient.

Humortechnisch hat sich auch einiges getan - zum schlechten. Der bissige und schwarze Humor ist milleniumgerechten Flachzotenwitzen gewichen, die teilweise ziehmlich peinlich sind und überhaupt nicht in den Film passen.

So teeniegerecht die Handlung dahinplätschert, so plätschert auch der Blutfluss. So gut wie keine F/X zu sehen, okay hier mal ein abgebissener Arm oder ein Spritzer Blut aus dem Hals, aber von Härte oder ansprechender Gestaltung keine Spur. Selbst die zerfleischten Opfer hätten gerne noch etwas länger unter der Erde dahinmodern können, um dann zumindest ein bischen stilvoller auzusehen. Übrigens eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die der Film mit dem Orginal hat: das der gebissene Protagonist die Toten sehen kann...

Spass machen tut der Film wirklich nur ein wenig, wenn man ihn mit dem Orginal nicht vergleicht, sich für seichtere Horrorfilme begeistern kann und...naja, wirklich überzeugen tut er einen wie gesagt nicht.

Fazit: Wer sich für Werwolffilme interessiert, sollte lieber ältere Sachen ansehn; diese stecken "American Werewolf 2" thematisch und effektmässig locker in das dichtbewachsene Fell!

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