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Eine Handvoll Mädels befinden sich im elterlichen Wagen auf dem Weg nach Hause. Doch ein dummer Scherz auf einem Kneipenparkplatz soll ihnen zum Verhängnis werden. Denn die Besitzerin eines von ihnen beschädigten Wagens verfolgt sie und beweist ihnen, dass sich keineswegs nur psychisch gesunde Menschen auf amerikanischen Landstraßen herumtreiben. Es wird gefoltert, geschändet und geschnetzelt, was das Zeug hält. Doch irgendwann reicht es den Mädels und sie beschließen, den Spieß umzudrehen...

Wie schon bei "Blair Witch" oder "Cannibals" wurde das ganze Szenario konsequent mit einer verwackelten Handkamera festgehalten. Eigentlich finde ich solche Stilmittel immer ganz gut, denn sie verpassen dem jeweiligen Film einen unangenehmen, in diesem Falle fast snuff-artigen Realismus. Leider übertreibt es "Five Across The Eyes" mit dem Gewackele jedoch ziemlich. Oft erkennt man wenig bis gar nichts mehr und manchmal zeigt die Kamera nur noch ins Leere, so dass man das Geschehen auf der "Hörspiel-Ebene" weiterverfolgen muss. Solche Szenen ziehen sich dann doch ziemlich und sind eigentlich auch wirklich unnötig.

Positiv finde ich weiterhin auch große Teile des Soundtracks, der in meinen Augen doch recht stimmig eingesetzt wurde und das Gesehene sinnvoll unterstreicht. Sicher; über den Einsatz von elektronischer Musik und Schrei-Heavy-Metal bei einem solchen Film kann man hervorragend streiten, aber in diesem Fall wurde es, finde ich, durchaus gut gemacht.

Die Protagonistinnen sind - wie in vielen anderen Kommentaren bereits bemerkt bzw. bemängelt - zwar alle sehr hysterisch und laut, aber nun, das liegt halt in der Natur der Sache, wenn man von einer Verrückten gemeuchelt werden soll. Insgesamt finde ich das Verhalten der Damen schon realistisch. Sie wirken eben teilweise, als wären sie dem Wahnsinn nahe und wenn man ehrlich ist, haben sie auch allen Grund dazu.

Das sind zwar alles schon einmal ganz ordentliche Ansätze und bei einem Film, der offensichtlich aus dem totalen Amateur-Lager stammt, darf man für so etwas ja auch schon einmal dankbar sein. Dennoch hätte es eines talentierteren Regisseurs bedurft, um aus dem sehr schwachen Drehbuch einen wirklich guten Film zu machen. So ist "Five Across The Eyes" ein ambitioniertes Produkt jenseits der Hollywood-Übermacht, welches schon allein dadurch bei mir Sympathiepunkte sammelt. Ein richtiger Kracher ist er allerdings nicht.

Die gebotenen Effekte sind ziemlich matschig, was mal wieder zu einer total kastrierten deutschen Fassung führte; die Uncut-Version aus Österreich schafft hier Abhilfe. Anzumerken sei noch, dass man für "Five..." wohl eine Schwäche für Amateur- und Low-Budget-Produktionen haben muss. Ich z.B. bin mit den frühen Werken von Andreas Schnaas quasi "aufgewachsen" und habe daher für Filme mit einem gewissen "Fan-Charakter" einiges übrig (auch, wenn sie - wie die frühen Schnaas-Sachen - eigentlich unguckbar sind...). Den Look einer großen Produktion darf man hier aber auf keinen Fall erwarten.

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