Review

Inhalt:

China während der Ming-Dynastie. Im Umfeld von Stone Dragon Town geschehen etliche Morde an Reisenden, offenbar von geisterhaften Amazonen-Kämpferinnen verübt, mit einer Distanz-Waffe, der "Golden Needle Gun".

Zu den Opfern gehören auch der Bruder der schönen Schwertkämpferin Shang Ke-Ping (Kitty Meng Chui) und der Vater des Schwert-Fighters Yuan Shih-Ping (Wang Kuan-Hsiung). Beide tun sich zusammen, um die Dinge aufzuklären und sich zu rächen.

Auch der nebulös-ominöse Chien Wai-Han (Pai Ying) will zusammen mit einem Mönch (Mark Long Kuan-Wu) der Shaolin den Geheimnissen von Stone Dragon Town auf die Spur kommen. Die Paare begegnen sich zwar, doch herrscht zunächst größtes Misstrauen. Shang und Yuan suchen zunächst Rat bei Master Ting, Chien will über die Prostituierte Hai Ming-Chu (Cheng Yan-Yan) weiteres erfahren.

Steckt hinter allem eine groß angelegte Rebellion?

Es kommt zu etlichen Intrigen und Kämpfen. Ist der ehemalige General Ma Lin-Yu (Tung Li) der Kopf der Verschwörer? Zwischen ihm und Chien Wai-Han kommt es zum tödlichen Duell.

Doch erst gegen einen weiteren ehemaligen General und dem eigentlichen Anführer der Rebellion, Ma Chao Yuan (Lung Fei), kommt es für den Shaolin-Mönch, Shang Ke-Ping und Yuan Shih-Ping zum Show-Down..., zum alles entscheidenden Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1977/78 drehte Regisseur David Lin (aka Kong Nam) für die Studios von "Great East International Film Group" aus Hongkong auf Taiwan diesen eher mittelmäßigen Geister-KungFu-Film, von dem ich mir etwas mehr versprochen hatte.

Denn bei diesem überraschend prominenten Cast mit Pai Ying, Wang Kuan-Hsiung, Mark Long und Lung Fei sowie Kitty Meng Chui als weiblichen Star im Ensemble, dazu mit Regisseur David Lin der mit "Rebell der Shaolin" (siehe mein Review auf dieser Webseite) im selben Zeitraum einen recht passablen Eastern drehte, hat man eine recht hohe Erwartungshaltung. Diese wurde zumindest leicht enttäuscht.

Dies, weil die Story dieses Ghost-Eastern insgesamt so dünn wie verworren ist, und gar Langeweile aufkommt. Das können einige rasante Schwert-Kämpfe, die anfangs auch nicht gerade hochklassig sind, eine doch recht düstere Atmosphäre mit zwar billigen wie denn doch charmanten Grusel-Effekten, und der namhafte Cast dann leider nicht übertünchen. David Lin aka Kong Nam hätte hier seinen Streifen doch zackiger und spannender gestalten müssen, die Chancen dafür waren durchaus gegeben.

Einige bizarre Tötungen, und zwei ermittelnde und zudem interessante Gespanne, verkörpert durch zum einen einem Mönch im Verbund mit einem geheimnisvollen Fighter, und zum anderen ein agil-jugendlicher Held zusammen mit einer kalten Schönheit. Das hatte was, da fing alles recht gut an, doch verlor sich dann leider vieles in einer so dürftig-mageren wie diffus-wirren Handlung. 

Am Ende werden die Villains die einer verworren inszenierten Verschwörung vorstehen mal eben ratzifatzi aus dem Hut gezaubert, und vor dem Endfight ellenlange Erklärungen abgegeben, die den Betrachter eher noch mehr verwirren. Also nee, das zog denn leider "The 36 Shaolin Beads" runter, was bei DER Besetzung und DEN atmosphärischen Möglichkeiten die die Sets boten, schade war.

Dabei ist die Atmosphäre gelungen düster, in den dunkel gehaltenen Sets spielen sich die Ereignisse ab. Leichtes Gruseln durch violett leuchtende Skelette die da so rumflogen, und ein schummriges Tunnel-System mit etlichen Fallen gespickt, für einen Geister-KungFu-Film war das doch gar nicht mal so schlecht.

Wang Kuan-Hsiung, deutschen Eastern-Fans wohl am Geläufigsten als klasse Fighter in "Der Todeshammer des Shaolin" (siehe mein Review auf dieser Webseite) an der Seite der legendären Polly Shang-Kuan, ist hier in der -eigentlichen- Hauptrolle der Helden-Star. Dafür agiert er allerdings ziemlich zurückhaltend, für die Story ein eher dröger Held. Die Action lag ihm hier mehr.

An seiner Seite Kitty Meng Chui als eher kalte Amazone, auch bei ihr sind mehr die Fight-Skills gefragt, und sie fightet ziemlich gut. Pai Ying, sicher der bekannteste Darsteller hier und berühmt für seine Rollen unter der Regie von King Hu, bietet eine solide Leistung als ominös-nebulöser Part unter den "Guten", das konnte überzeugen. Mark Long als Shaolin-Mönch spielt trocken, und eher hintergründig. Am Ende muss er die langwierigen Erläuterungen warum was wie irgendwie so kam und ist, vortragen, autsch. Aber er fightet im Finale dynamisch, der Endfight ist eh das Beste an "The 36 Shaolin Beads", und kann so ziemlich entschädigen.

Für die KungFu-Action am Ende braucht man die Villains, die Schurken. Und die werden in der finalen Phase mal eben aus dem Nichts ratzfatz ins Geschehen geworfen. Tung Li, und dann Lung Fei, ebenfalls ein prominenter, durch zahllose KungFu-Schlachten gestählter Eastern-Darsteller. Beide quasi nur für die KungFu-Action, zum Ende des Streifens mit seiner zuvor mau-dünnen Geschichte.

Immerhin gibt es noch schöne chinesische Actricen -für die wohl eher männlichen Betrachter solcher Filme- zu sehen, so Cheng Yan-Yan als Bordell-Dame und die hübsche Chen Pei-Ling als eine Prinzessin. Beide Darstellerinnen einte indes eines: Was die beiden da so sollten, who knows? Dann sieht man noch als stumme Amazone eine Akteurin, die auch in David Lin´s "Rebell der Shaolin" einen Kurz-Auftritt hatte, die äußerst attraktive Liu Shan. Da hätte ich mir eine größere und auffälligere Rolle hier mit ihr gewünscht. Legendär für mich ihr Auftritt in "Rebell der Shaolin", als die attraktive, vollbusige Actrice als gefesseltes Auspeitsch-Opfer alles zusammenschrie.

Was bleibt ist die Schwert- und KungFu-Action, anfangs nicht gerade hochklassig, doch das steigert sich, und ist das Beste am Film. Rasante Fight-Action, zunächst Swordplay, dann zum Glück KungFu, das kommt doch noch besser, derbe Tötungen inklusive. Gerade das Duell Tung Li vs. Pai Ying ist blutig. Und dann am Ende ein härterer Fight "1 vs. 3" mit Wang Kuan-Hsiung, Mark Long und Kitty Meng Chui gegen Lung Fei als Pas de Trois des KungFu, als gewisse Entschädigung für all das Mankobelastete zuvor. Und man macht als eingefleischter Eastern-Fan ´nen Haken dran.

So springen noch etwas wohlwollende, zusammengeschusterte und aufgerundet-knappe 5-6/10 Punkte in meiner Bewertung heraus.

Der nächste Eastern bitte.

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