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Zeitlos wie eh und je meldet sich der Comic-Hund Scooby-Doo zurück, mit einem Abenteuer, das wohl kaum besser in die Winterzeit passen könnte.
Überdies wendet man sich wieder dem klassischen Zeichenstil zu, lässt visuelle Fisimatenten und modern aufgeplusterte Animationen beiseite und widmet sich der Form, die dem Ursprung der Serie anno 1969 recht nahe kommt.

Auch das Abenteuer, welches Scooby und seine Freunde in die verschneite Landschaft des Himalayas führt, entbehrt in keiner Weise den üblichen Zutaten der bekannten Serie.
So befinden sich die fünf Detektive eigentlich in Paris, um endlich mal Urlaub zu machen, da landen Scooby und Shaggy an Bord eines Flugzeugs, um vom Piloten, einen Großwildjäger auf den Spuren des Yetis, unsanft in den Schnee befördert zu werden.
Prompt stoßen sie auf das legendäre Schneemonster und bevor die restlichen Freunde den Weg in die verschneiten Berge finden, muss man sich nicht nur vor dem Yeti, sondern einem dubiosen Professor und einem merkwürdigen Kloster-Oberhaupt in Acht nehmen.

Wer mit der Serie vertraut ist, wird vom schematischen Ablauf gewiss nicht enttäuscht werden, da dieser Streifen nichts anderes als eine etwas längere Folge aus alten Tagen darstellt.
Das manifestiert sich nicht nur am schnörkellosen, aber auf den Punkt kommenden Zeichenstil, der in dieser Form auch aus den 80ern stammen könnte, sondern auf die Story, die sämtliche wesentliche Merkmale der Figuren parat hält.
So denken Scooby und Shaggy vorzugsweise ans Fressen, klammern sich vor Angst ständig aneinander und purzeln von einem Chaos ins Nächste.
Freddy, Daphne und Velma sind unterdes mit dem Lösen eines Rätsels beschäftigt, da es für Monster wie so oft eine rationale Erklärung gibt.

Aber es geht kunterbunt und temporeich zur Sache, vor allem die Begegnungen mit dem Yeti bilden einfallsreiche und humoristische Höhepunkte des Geschehens.
Da lenken Scooby und Shaggy den Koloss ab, indem sie sich als Weihnachtsmann und Rentier verkleidet zum Geschenke verteilen hinstellen, im Restaurant als Koch und Kellner fungieren und einen Boxkampf mit dem Monster arrangieren.
Einige Ideen erinnern an die skurrilen Verkleidungen aus “Clever & Smart”.

Abwechslungsreich gestaltet sich auch das Drumherum. Auf dem Weg zu einer hoch gelegenen Wetterstation in den verschneiten Bergen kommt es zum Schneesturm, der Großwildjäger stellt Fallen auf, die jeden erwischen (nur nicht den Yeti), man durchforstet eine Kristall-Höhle, liefert sich eine rasante Verfolgung auf den Schienen einer Bergbahn und entdeckt schließlich noch das geheime Tal von Shangri-La.

Die Zuordnung von Gut und Böse und das Enträtseln einiger Geheimnisse bietet zumindest für die jüngeren Zuschauer spannendes Material, während man sich als älterer Betrachter mit manchmal etwas altbackenen Gags und zeitweilig unterbelichteten Dialogen (Scooby plappert Shaggy häufig nur nach) über Wasser hält. Wenn da die beiden Tollpatsche, von einer Lawine verfolgt, den Abhang hinunter kullern, dabei eine Mauer durchbrechen und im Schnee verbogene Silhouetten hinterlassen, erinnert das auf nostalgische Weise nicht von ungefähr an die kurzweilige Ebene von “Bugs Bunny”.
Man fühlt sich irgendwie zuhause.

Natürlich werden sich dem Freund von Comic-Verfilmungen keine neuen Welten auftun, aber das ist auch gar nicht die Absicht hinter diesem Projekt. Vielmehr ist es das erfolgreiche Bestreben, etwas Nostalgisches und zugleich Zeitloses zu präsentieren, was zwar einerseits keinen sonderlichen Erinnerungswert besitzt, auf der anderen Seite aber eine herrlich unterhaltsame, harmlose, jedoch gute Laune stiftende Stunde beschert.
Für kühle Wintertage zur flockigen Unterhaltung durchaus zu empfehlen,
7 von 10

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