Ende der Evolutionsstufe
„Species IV“ hätte nicht „Species“ heißen müssen. Ok, das Franchise war noch nie super heiß geliebt, dass man den Namen allzu sehr verschmutzen könnte. Dennoch ist dieser DTV-Etikettenschwindel doch ein Ärgernis. Und egal unter welchem Titel: ein monumental langweiliger und schwacher Film. Der noch schlechtere Effekte hat als Part III (!), weniger Nacktheit denn je in der Serie und auch in Sachen Gore eher zahm, oberflächlich und billig unterwegs ist. Oft wird auch einfach frech weggeblendet oder etwas vorgeschoben wenn Körperflüssigkeiten fließen sollten. Für mich der schwächste „Species“ - und wahre Zeitverschwendung… Erzählt wird von einer attraktiven Professorin, die eines Tages nackt und von einem Alien infiziert im Park aufwacht - wodurch sich ein Roadtrip gen Mexiko zwischen Flucht und Murder Spree ergibt…
Ab in den Süden - dem Image hinterher!
„Species IV: The Awakening“ hat mich nicht aufwachen lassen, ganz im Gegenteil, meine Augenlider spürten plötzlich und durchgängig die Schwerkraft wie lange nicht. Ja, auch diesmal sieht die Hauptdarstellerin ganz nett aus. Ja, man ging mit dem Aliendesign wieder ein wenig näher an Giger. Ja, der mexikanische Schauplatz bringt etwas Exotik. Und ja, ein paar verrückte Einfälle und Bilder (sexy Echsennonne!) lassen trashig laut lachen. Unfreiwillig komisch ist’s zwischendurch. Doch die meiste Zeit eher lethargisch und ganz, ganz lahm. Hektisch geschnitten. Mit zu wenig bis gar keiner (!) Nudity und Gore, sodass man sich schon etwas verarscht vorkommt. Ein Bild oft umgeben von einem unangenehmen Unschärfefilter. Steife Darsteller. Hektische Schnitte. Trashappeal aus all den falschen Gründen. Ein paar Lichter und Filter sind okay. Doch die meiste Zeit schreckt der glatte Videolook ab. Dazu viel zu viele wackelnde Nahaufnahmen von faltigen Männergesichtern. Dazu blöde Kontaktlinsen und Fratzen wie aus einem Fetischporno. „Species IV“ hat keinen Plan. Ein Wirrwarr zwischen „Blade“ und „The Strain“ auf Valium - aber nur ganz selten werden Erinnerungen an „Species“ wach. Und das kann’s doch nicht sein. Das darf nicht der Anspruch sein. Das grenzt an Verrat. Selbst bei B-Movie-Schlock. „Species III“ hat seinen Ursprung immerhin nicht verleugnet. Das hier ist eine seelenlose Missgeburt, die absolut anders genannt hätte werden müssen. Doch der Titel bleibt sein kleinstes Problem… Unterdurchschnittliches TV-Serienniveau (!) der frühen 00er. Mehr nie. Ein Sleeper - wird hier nur der Zuschauer!
Fazit: „Species IV“ ist leider auf demselben niedrigen Niveau wie Teil 3, vielleicht sogar noch darunter. Aber fast noch schlimmer: er verrät nahezu alles, was „Species“ als Mischung aus Ekelalienentertainment, Peepshow und Sci-Fi-Splatterei ausmachen sollte. Videothekengrabbelware, die den Namen nicht verdient hat. Ugly wie sein Plakat - trotz schönem Babe.