Austin Powers ist zurück: Dieses mal muss er von der Gegenwart ins Jahr 1969 zurückreisen, weil der böse Dr. Evil sein "Mojo" (so etwas wie ein Lebenselixier) gestohlen hat. Außerdem versucht der Schurke erneut, die Weltmächte zu erpressen, andernfalls will er die Erde mit seinem "Todesstern" zerstören. Austin will das natürlich verhindern, zur Seite steht ihm die attraktive Felicity Schickfick (Heather Graham).
Nachdem mich der erste Teil nicht so von den Socken gehauen hat, ging ich ohne Erwartungshaltung an Teil 2, in der Hoffnung, einen gemütlichen Fernsehabend genießen zu können. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Licht ausgemacht, Dolby Digital genossen und sofort abgetaucht in die Welt der "Swingin Sixties".
Der Humor ist sehr eigenwillig und sicher nicht jedermanns Sache. Doch im Gegensatz zum ersten Teil bin ich an einigen Stellen vor Lachen fast abgebrochen. Geniale Situationskomik, die sich nur schwer beschrieben lässt. Jedenfalls mangelte es Mike Myers nicht an Ideenreichtum was die Gags angeht, pausenlos wird man mit derben Zoten beschossen, die aber sogar Niveau haben. Auf solche Situation muss man erstmal kommen! Die deutsche Synchro wurde nicht so verhunzt wie bei Teil 1. Austin Powers bekam eine passendere Stimme und die meisten Wortspiele sind in der deutschen Fassung passabel übersetzt worden (sieht man mal von Ausrutschern wie "Annette Halbestunde" ab).
Wer sich ein wenig mit Filmen auskennt, ist klar im Vorteil. Es gibt viele Anspielungen auf andere Streifen (z.B. Star Wars, Zurück in die Zukunft, Jerry Maguire), die größtenteils gelungen sind.
Die Optik ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, ich fand sie super. Die grellen Farben lassen die Sixties nochmal aufleben und sorgen für das richtige Feeling beim Zuschauer. Am schönsten anzuschauen ist für mich der erste Auftritt Heather Grahams in der Disco, wo die Atmosphäre einfach genial ist. Dazu noch der geile Song "American Woman", der nur einer unter vielen Klassikern dieser Ära ist, der in "Austin Powers 2" gespielt wird.
Unglaublich ist die Wandlungsfähigkeit Mike Myers: Alle von ihm verkörperten Figuren sind auf ihre eigene Weise witzig und kultverdächtig. Am besten gefallen hat mir der abartige Fat Bastard, der so ziemlich alles bisher da gewesene an Ekligkeit schlägt. Heather Graham ist wie Liz Hurley im ersten Teil ein toller Hingucker. Und Gastauftritte gibt’s auch einige, etwa von Rebecca Romjin und Woody Harrelson.
Somit hat mir "Austin Powers 2" einen sehr vergnüglichen Abend beschert, der die Alltagssorgen vergessen lässt. Durch die schrägen Figuren und den 60er Jahre Look genießt der Film in Fankreisen bereits jetzt Kultstatus. Der Humor ist ziemlich derbe, bewahrt aber ein gewisses Niveau, so dass man sich ohne Probleme schlapp lachen kann. Einige werden sich mit der Optik und dem Humor nicht anfreunden können, ich fand’s toll und freu mich riesig auf den dritten Teil!