Mit The Creeps – hierzulande besser bekannt als Evil Creatures – Die unglaublichen Untoten – liefert Charles Band einmal mehr eine jener eigenwilligen Produktionen aus dem Hause Full Moon die irgendwo zwischen Trash, Kuriosität und gescheitertem Experiment pendeln.
Die Grundidee klingt zunächst herrlich schräg: Ein verrückter Wissenschaftler erweckt durch die originalen Manuskripte die berühmtesten Monster der Literatur zum Leben – Dracula, Frankensteins Monster, die Mumie und der Werwolf. Doch anstatt als furchteinflößende Ikonen erscheinen sie in Miniaturform und ziehen fortan durch eine Handvoll Schauplätze, um Chaos zu stiften. Was auf dem Papier nach einer charmant-absurden Horror-Komödie klingt, entpuppt sich in der Praxis leider als erstaunlich zäh.
Der Film braucht ungewöhnlich lange, um überhaupt in Gang zu kommen. Die erste halbe Stunde verliert sich in viel Geplänkel und teils anstrengendem Overacting, bevor die titelgebenden Kreaturen überhaupt auftreten. Doch selbst dann will der Funke nicht so recht überspringen. Die Mini-Monster bleiben trotz ihres eigentlich hohen Spaßpotenzials überraschend blass, und die Handlung bewegt sich – passend zum Budget – meist nur von Raum A nach Raum B. Positiv muss man jedoch die Masken bezeichnen, denn diese sind wirklich gut umgesetzt.
Überhaupt sind die Limitierungen allgegenwärtig: Mit nur wenigen Darstellern, gerade einmal drei zentralen Schauplätzen (Bibliothek, Labor und Videothek) und sehr einfachen Effekten wirkt alles stark eingeschränkt. Auch der Humor, der das Ganze tragen müsste, zündet nur selten. Was als augenzwinkernde Hommage an klassische Monsterfilme gedacht sein könnte, bleibt oft eher unbeholfen als wirklich unterhaltsam.
Und doch besitzt The Creeps einen gewissen Reiz – allerdings weniger als gelungener Film, sondern vielmehr als schräge Randnotiz der B-Movie-Geschichte. Die Idee einer „Lilliput-Version“ ikonischer Monster ist so ungewöhnlich, dass sie zumindest im Gedächtnis bleibt, auch wenn die Umsetzung kaum überzeugt.
Ein typischer Full-Moon-Trashfilm mit origineller Ausgangsidee, der jedoch an seiner Umsetzung und den offensichtlichen Budgetgrenzen scheitert. Für Fans schräger Low-Budget-Kuriositäten vielleicht noch einen Blick wert – alle anderen dürften hier eher wenig finden.