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Im verruchten Berlin der zwanziger Jahre treibt die laszive Pauline, genannt “Die Tigerin”, ihr Unwesen. Dank ihrer hocherotischen Ausstrahlung liegt ihr jeder Mann zu Füßen. Durch Zufall trifft Pauline auf den Hochstapler Andrei, der ihr in puncto Verführungskunst mindestens ebenbürtig ist. Die beiden fliehen vor dem gewalttätigen Ex-Lover der Tigerin ins mondäne Karlsbad, wo sie verbitterten Reichen das Leben versüßen und das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Doch hin- und hergerissen zwischen sexuellen Obsessionen, rasender Eifersucht und ehrlichen Gefühlen bringt es das Ganoven-Paar nicht fertig, materiellen Nutzen aus der Zweckgemeinschaft, die längst keine mehr ist, zu ziehen.

Die Tigerin bietet zwar mit dem schönen Setting der 20er Jahre in Berlin und Karlsbad einiges an guter Optik mit, aber das ist auch schon beinahe das Einzige, was wirklich positiv heraussticht. Mehr als ein allenfalls durchschnittliches Erotik-Krimi-Drama ist dann aus der Romanverfilmung ist trotz interessanter Besetzung aber nicht rausgekommen.
In einem heruntergekommenen Nachtclub lernen sich eher unfreiwillig Tigerin Pauline und der Neuankömmling Andrei kennen, weil sich die einsame Tänzerin von ihrem Ex-Macker und wenig zimperlichen Unterweltburschen Harry wegreißen wollte. Fortan treiben sie ihr Unwesen als Hochstaplerpaar und sind gleichzeitig auf der Flucht, denn Harry sieht die Abfuhr nicht gerade sportlich und sinnt auf Rache.
Das große Problem des Films ist aber, daß keines der angeschnittenen Genres so recht funktionieren mag. Valentina Vargas gibt zwar körperlich alles um eine gesunde Portion Erotik auszustrahlen und auch die anderen Darsteller mühen sich redlich den Thrillerpart einigermaßen spannend zu gestalten, aber wirklich begeistern kann das doch recht öder gestaltete Script niemanden.
Bemerkenswert ist da eher noch das es sich um die letzte Filmrolle von George "Hannibal Smith" Peppard handelt, ansonsten ist die Tigerin zwar kein schlechtes, aber doch ein laues Lüftchen. Action und Spannung können kaum überzeugen, da fällt mir kaum jemand ein, dem man diese Tigerdressur nahelegen könnte.
5/10

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