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Der Wissenschaftler Alistair Barkley arbeitet gemeinsam mit seinem Team an einer sauberen und billigen Methode der Energie-Erzeugung, bei der verbrennbarer Wasserstoff aus gewöhnlichem Wasser gewonnen werden soll. Just gelingt es dem Studenten Eddie Kasalivich zufällig, den besagten Prozess zu stabilisieren, da findet dieser Barkley ermordet in seinem Labor vor... und kann selbst nur knapp der anschließenden, gewaltigen Explosion entgehen, die das gesamte Projekt in Schutt und Asche legt. Als kurz darauf bei einer Durchsuchung in Eddies Wohnung 250.000 Dollar in bar gefunden werden und von Dr. Lu Chen, einem weiteren Mitarbeiter Barkleys, jede Spur fehlt, geraten Kasalivich und seine junge Kollegin Dr. Lily Sinclair als patente Verdächtige ins Visier von FBI-Agent Leon Ford, der die Untersuchungen in der Sache leitet. Gemeinsam versuchen Eddie und Lily dem Zugriff der Behörden zu entgehen und den Hintergründen der offensichtlichen Verschwörung auf den Grund zu gehen... und dabei natürlich auch ihre eigene Unschuld zu beweisen... Die hart gefloppte Komödie "Different Minds - Feindliche Brüder", die heutzutage kaum noch jemand wirklich auf dem Schirm haben dürfte, war für Andrew Davis nach "Auf der Flucht" kein allzu glücklicher Karriere-Schritt, weswegen er nun Kurskorrektur mit dem Holzhammer betreibt: Viel zu sehr ähnelt nämlich "Außer Kontrolle" dem besagten Harrison Ford-Blockbuster, weswegen man sich permanent dazu verleitet sieht, Vergleiche zu diesem anzustellen... und dabei kommt der vorliegende, doch ziemlich typische 90er-Jahre-Radau-Streifen mal eher schlecht weg. Hier wie dort ist der zu Unrecht beschuldigte Protagonist, nun ja, "auf der Flucht" halt, und hier wie dort sind ihm die Verfolger (nur dieses Mal eben das FBI statt den U.S. Marshals) dicht auf den Fersen. Was 1993 aber noch von herausragenden Performances "geerdet" und durch spektakuläre Stunt-Einlagen und nervenkitzelnde Set-Pieces getragen wurde, wird da drei Jahre später stellenweise recht technikverliebt über Gebühr aufgeblasen (unter anderem mittels einer übertriebenen CGI-Explosion zu Beginn). Schade, aber nach einer Dekade voller Kracher, die ja auch die besten Filme von Chuck Norris und Steven Seagal hervorgebracht hat, verwirkt Andrew Davis damit leider seinen wohlverdienten Ruf als einer der besten Action-Regisseure Hollywoods... und kriegt da im Anschluss weder mit dem Hitchcock-Remake "Ein perfekter Mord" noch dem von einem unglücklichen 9/11-Timing gebeutelten Schwarzenegger-Vehikel "Collateral Damage" wieder so richtig die Kurve. Dabei ist "Außer Kontrolle" bei objektiver Betrachtung eigentlich gar kein sooo mieser Film, nur geht Keanu Reeves die Leinwand-Präsenz eines Harrison Ford leider vollkommen ab und von einem Antagonisten vom Format eines Tommy Lee Jones fehlt hier weit und breit jede Spur, obwohl man mit Morgan Freeman, Brian Cox und Fred Ward eigentlich drei patente Darsteller für diesen Part zur Hand hat. So unterhält die Angelegenheit da auf oberflächliche Art und Weise zwar ganz nett mit ihren einigermaßen fachmännisch arrangierten Action-Sequenzen, aber bestimmt nicht mit einer ausgeklügelten Handlung, die da zwar ein wenig Komplexität heuchelt, aber dennoch schnell zu durchschauen ist. Fazit: Halbwegs kurzweiliges Action-Larifari, eher "ohne Sinn" als "außer Kontrolle"...

5/10

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