Eher eine liebevolle Hommage an den Meisterdetektiv statt einer erwarteten Demontage, sogar mit einem richtigen Kriminalfall, dessen Ingredienzien [ 6 verschwundene Liliputaner, eine Lieferung Kanarienvögel, der britische Geheimdienst, Mycroft Holmes, das Monster von Loch Ness ] zwar anfangs recht schrullig erscheinen, aber am Ende sich allesamt nahtlos zusammenfügen.
Besonders die Ausstattung der Baker Street 221b trifft die Vorlage in seiner Vorstellung nahezu exakt, als Leser von A.C. Doyle's Werken fühlt man sich geradezu wie Zuhause; die Highlangs von Schottland in der 2ten Hälfte des Filmes verlieren ihre Wirkung auch nicht.
Hinzu kommt, dass Robert Stephens durchaus einen würdigen Sherlock Holmes abgibt [ bis auf die flapsigen Sprüche natürlich ], während Colin Blakely als Watson nicht ganz so gefällt; so wie hier dargestellt drängt sich Jack Lemmon geradezu auf, der ja nun nicht gerade die Idealvorstellung eines Watsons abgibt.
Willkommen ist dafür Christopher Lee als Mycroft , der leider nur relativ wenig Spielzeit hat.
Alles in allem nicht der grosse Wurf, der man von einem Billy Wilder erwarten darf, besonders die Anfangsepisode mit der russischen Ballett-Tänzerin ist doch eher unnütz; da funktioniert einzig und allein die amüsante Szene, als die Tänzerinnen fast unbemerkt gegen Tänzer ausgetauscht werden, nachdem das Gerücht von Watson's Homosexualität die Runde macht.