Review

Stanger On The 3rd Floor - Der Meinung einiger Filmexperten der erste „Echte" Film Noir und doch ein eher unbekannterer Vertreter seiner Gattung.
Mike Ward, ein Junger Reporter, ist Zeuge in einem Mordprozess.Nicht nur ist seine Aussage auschlaggebend für den Ausgang des Prozesses, es macht ihn über Nacht zum Star seiner Zeitung. Die sich dadurch ergebende Gehaltserhöhung will er dazu nutzen, endlich seine geliebte Jane zu ehelichen.
Doch Jane weckt Zweifel in ihm. Hat er wirklich den richtigen Mann auf den elektrischen Stuhl geschickt? Und was wenn nicht? Sein Vorgesetzter sieht die ganze Angelegenheit deutlich pragmatischer „...there are too many people in the world anyway „. Doch Mike lässt der Gedanke nicht in Ruhe. Als er in seinem Haus einem mysteriösen Fremden begegnet und er anschließend seinen verhassten Nachbar nicht mehr schnarchen hört, beginnen Traum und
Realität zu verschmelzen. Am Ende der Nacht wird die Leiche des Nachbarn gefunden und Mike ist der Hauptverdächtige.
Kommentar seine Kollegen "And If he Is innocent?" - "Who cares- What A Story!" Was sich jetzt auf den ersten Blick nach einem klassischen „Death Alley Noir" Anhört entpuppt sich bei genauerem Betrachten für mich doch eher als Nachruf auf die 20er und 30er Jahre. Das Problem des Films ist sein Drehbuch - Mystery ist nicht vorhanden, es gibt keine unvorhersehbaren Handlungsentwicklungen, der Held ist sehr schnell „außer Gefecht",
kann nicht mehr agieren. Sicher, dass lässt ihn machtlos erscheinen, das Leben ist dem Zufall, dem Schicksal ausliefert aber wirklich spannend wird „Stranger" trotz allem nie. Beim Sehen kamen mir zwei Filme aus den 30ern in den Sinn, die deutlich näher mit „Stranger on the 3rd Floor"
verwandt zu sein scheinen als spätere Film Noirs : M von Fritz Lang (alleine durch die Rolle von Peter Lorre und die Fotografie)
und Hitchcocks „Mord - Sir John greift ein", der sich um das Gewissen und die damit verbundenen Aussagen vor Gericht und ihre Bedeutung für einen möglicherweise Unschuldigen dreht. Auch Sir John hört seine Stimme in seinem Kopf, die ihn Zweifeln lässt. Auffallend an „Stranger" ist das extreme Spiel mit Licht und Schatten, welches bei der beinahe 20minütigen Traum/Real Sequenz seinen Höhepunkt erreicht.
Doch auch dies lässt mich eher an die Stummfilmära denken als unbedingt an den Film Noir. Das Alles soll nun nicht bedeuten Stranger on the 3rd Floor wäre ein schlechter Film. Er wirkt auf mich nur älter als sein Entstehungsjahr.
Die Kameraarbeit ist exzellent, die Darsteller können in ihren Rollen durchaus überzeugen und auch die Inszenierung ist sehr solide, wenn auch eher langsam. Neben Peter Lorre, der eigentlich immer überzeugen kann, sticht besonders ein kurzer Auftritt von Elisha Cook Jr. heraus. Das Drehbuch ist der einzige echte Schwachpunkt - die Story ist schlüssig, und könnte für Mike wirklich tragisch enden (doch das war in den 40er leider schon nicht mehr möglich) doch reicht sie nur für 35 bis 40 Minuten Film aus. Die Traumsequenz versucht das etwas zu verschleiern, den Zuschauer abzulenken (und sieht toll aus), bringt die „Handlung" im Endeffekt aber keinen Millimeter weiter. Für mich persönlich ist Langs "Gehetzt" mehr Noir als „Stanger on The 3rd Floor".
Zum Glück habe ich aber eine grundsätzliche Schwäche für diese alten Filme und so, bin ich mit dem Gebotenen durchaus zufrieden.
Hätte man noch die eine oder andere Wendung eingebaut, könnte ich eine höhere Bewertung geben.
So bleibt es bei einem Ordentlichen 3,5 von 5 und eine Empfehlung für Fans von schattenreichen 30er Jahre Filmen.

Details
Ähnliche Filme