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Hört man das Wort Cleaner, denkt man zunächst an jemanden, der für Geld Leute beseite schafft. Komisch eigentlich, denn meistens schaffen diese Cleaner gar nichts beiseite - im Gegenteil. Sie hinterlassen eine Leiche - und damit meist auch einen Haufen Dreck und Probleme. Tja, und da kommt dann der Cleaner ins Spiel, um den es in diesem Thriller geht.

Samuel L. Jackson entsorgt Leichen. Ganz legal und professionell. Er leitet eine Reinigungsfirma, die dort saubermacht, wo sonst jeder das Weite sucht - an Unfallorten, Sterbebetten und Tatorten - eben dort, wo die Überreste von Verblichenen beseitigt werden müssen. Denn die Polizei oder das Bestattungsunternehmen nimmt zwar den Toten mit, um die Sauerei, die dieser evtl. hinterlässt, dürfen sich die Hinterblieben kümmern. Oder sie bezahlen jemanden dafür, diese eklige Aufgabe zu erledigen. Und Jackson als Ex-Cop hat schon so manches gesehen, den bringen Blut, Schleim und Exkremente nicht mehr aus der Fassung. Er hat zwar einen übertriebenen Sauberkeits- und Ordnungsfimmel entwickelt, aber angesichts dessen, was er so tagtäglich anfassen und wegwischen muss, kann man gut verstehen, dass er sich lieber einmal mehr die Hände wäscht, als zu wenig.

So bekommt er von der örtlichen Polizeistation den Auftrag, die Überreste eines mutmaßlichen (Selbst-)Mordes zu beseitigen, fährt zu der angegebenen Adresse, und ist wenig überrascht, dass die Verwandten sich verpieselt haben. Schlüssel liegt unter dem Blumentopf, Geld auf dem Küchentisch - und auf dem weißen Sofa einen Riesen-Blutfleck. Tja, hier hat sich wohl jemand eine Kugel in den Kopf gejagt. Routine für den Cleaner, der sein Handwerk versteht und in stoischer Ruhe Blut, Gehirn und Knochenstückchen aufwischt und -sammelt, Sofa, Dielen, Wände und Fenster putzt und wienert, bis tatsächlich nichts mehr von dem Unglück zu sehen ist. War zum Glück ein Ledersofa. Blöd nur, dass er den Schlüssel aus Versehen einsteckt. Noch blöder, dass am nächsten Tag niemand in der Villa etwas von einem (Selbst-)Mord wissen will. Und ultrablöd, dass es den Cop, der den Auftrag unterschrieben hat, überhaupt nicht gibt...

Cleaner ist ein solider, ruhiger Krimi, der durch die interessante Idee lebt, dass man Beweise für einen Mord auch problemlos durch eine Reinigungsfirma beseitigen lassen könnte, wenn man nur dreist genug ist. Natürlich ermittelt unser Ex-Cop auf eigene Faust und deckt ein Gespinst aus Korruption, Untreue und Mord auf, in dem nicht nur er, sondern auch seine Familie gezogen wird. Anspruchsvoll besetzt mit Ed Harris, Eva Mendes und Luis Guzman in den Nebenrollen lohnt der Film durchaus. Für Filmfans interessant noch die Besetzung des Gerichtsmediziners durch Robert Forster, mit dem Jackson ja schon in Jackie Brown viel Spaß hatte.

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