Es gibt Zuschauer, die sich an Martial Arts nie satt sehen können und nur für die ist dieser Film geeignet. Denn außer einer Aneinanderreihung diverser Kämpfe gibt es keinen Plot und keine Hauptfigur, - seinen persönlichen Helden muss man für sich selbst ausfindig machen, sofern der nicht vorzeitig im Turnier eliminiert wird.
Das K.o.-Prinzip ist denkbar einfach: Zwölf Kämpfer unterschiedlicher Herkunft gehen bei diesem Untergrund-Wettbewerb an den Start. Es gibt keine Regeln, aber reiche Sponsoren, die jeweils zwei Kämpfer unterstützen und die entsprechenden Paarungen treffen.
Dem Sieger winkt eine Summe von einer halben Million Pfund.
Meine Herren, viel Glück!
Ach nein, eine Dame ist auch dabei. Nur einen Namen hat sie nicht, sie ist nur „die Lehrerin“, wie auch alle anderen Kämpfer prägnante Bezeichnungen tragen wie der Heimatlose, der Ausbilder, der Priester oder der Delinquent.
Wer da am Ende als Sieger hervorgehen könnte, ist völlig unklar, denn keiner der Wettkämpfer bekommt eine Charakterisierung, die einer Favoritenrolle gleichkäme.
Was aber auch bedeutet, dass man mit niemandem so wirklich mitfiebern kann, allenfalls hat man beim Einzelkampf einen Favoriten, dem man ein Weiterkommen wünscht.
Von den Rahmenbedingungen her hat man das schon oft gesehen: Finstere Austragungsorte, Kameras, die eine Übertragung via Internet suggerieren sollen, dazu in einem abgetrennten Raum die dekadenten Sponsoren mit dem Organisator, der während und zwischen den Kämpfen sein süffisantes Lächeln einfach nicht los wird.
Sein latenter Off-Kommentar trägt auch nicht gerade zu Sympathiepunkten bei.
Hauptaugenmerk liegt also zu 100 Prozent auf den Kämpfen, von denen es insgesamt 13 zu sehen gibt. Wobei sich die letzten drei gegen jeweils zwei außenstehende Gegner im Kampf auf Zeit durchsetzen müssen und nur die beiden schnellsten ins Finale kommen (strategisch etwas unglücklich gelöst, aber 16 Kämpfer wären wohl zu viel geworden).
Die Kämpfe wurden durchschnittlich inszeniert, sie sind solide gefilmt und laufen im ordentlichen Tempo ab, nur die etwas vielen Freeze Frames stören zuweilen den Fluss. Zudem sind kaum spezielle Techniken der Kämpfer vorhanden, manchmal etwas Beinarbeit, viele Faustschläge, aber nur selten aufwendigere Sprünge, - so verlaufen die meisten Fights diesbezüglich etwas unspektakulär.
Auch die düster gehaltenen Austragungsorte bieten nicht allzu viel Abwechslung, da freut man sich schon, wenn ein herumstehendes Auto in dem Kampf eingebunden wird.
Eine auffällige Härte ist indes nicht feststellbar, ab und an wird Blut gespuckt und diverse Schürf – und Fleischwunden sind zu verzeichnen, aber da brachte seiner Zeit ein Film wie „Bloodsport deutlich deftigere Szenen.
Was außerhalb der Kämpfe stattfindet, sind lediglich strategische Züge der Sponsoren und kleine Einspieler, die den Hintergrund der Teilnehmer minimal durchleuchten.
So haben einige ein rein finanzielles Interesse, den Wettbewerb zu gewinnen, andere tun es für ihr Ego, während manche auch für einen guten Zweck in Sachen Nächstenliebe ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Das ist allerdings kein Garant fürs Weiterkommen, denn schnell sind Fighter aus dem Turnier ausgeschieden, denen man eventuell einen moralischen Bonus eingeräumt hätte.
Es geht also ums reine Kämpfen. Wer verliert ist raus, wer gewinnt, muss die nächste Runde überstehen. Vielleicht wäre die Angelegenheit sogar weniger spannend, wenn es denn einen eindeutigen Favoriten gäbe, denn der stünde am Ende garantiert als Sieger da, während man hier mit seiner Wette auf den Gewinner höchstwahrscheinlich von Beginn an falsch liegt.
Nur die persönliche Nähe zu einem der Kontrahenten bleibt einem auf Dauer verwehrt, - es ist nichts weiter, als ein Kampf-Turnier in Reality-Format auf Spielfilm getrimmt.
6 von 10