Einigen deutschen Verleihfirmen ist es offenbar immer noch nicht peinlich, mit plakativen Filmtiteln ein größeres Klientel anzulocken, auch wenn zum xten Male „Saw“ eingebunden wird, mit dessen Franchise vorliegender Streifen natürlich rein gar nichts gemein hat.
Vielleicht hätten das äußerst niedrige Budget von 40.000 Dollar und die sehr späte Veröffentlichung nach sechs Jahren bereits im Vorfeld zu denken geben sollen, sich auf das komplett einfältige Werk einzulassen.
Die beiden Einbrecher Tony und Detroit haben den Safe in einem bestimmten Haus im Visier und stoßen bei ihrer Suche in den Räumlichkeiten auf einen geknebelten Mann. Doch da geraten die Kriminellen bereits ins Visier eines Psychopathen, der seine Opfer vorzugsweise mit Knebel ruhig stellt…
Auch wenn die Grundidee, - Kriminelle treffen auf Psychopathen - in jüngerer Zeit bereits häufiger zum Einsatz kam, so lässt sich dieses Sujet an sich gut ausschöpfen, indem durch die Umverteilung der Sympathien ein gewisser Unterhaltungsfaktor ins Spiel kommt, der hier allerdings kaum gegeben ist. Die Einbrecher wirken von vornherein recht harmlos und scheinen kaum einer Fliege etwas zuleide tun zu können, während der Psychopath zu keiner Zeit seine Motivation offenbart. Selbst der Hintergrund einer Entführung wird per Flashback nur vage angedeutet und ergibt im Nachhinein genauso wenig Sinn, wie einige Szenen vor dem minimalen Twist, welche weder erklärt, noch unter rationalen Aspekten in die Geschichte integriert werden können.
Dass der Irre vom äußeren Erscheinungsbild eigentlich aus einer angesagten Boygroup entsprungen sein könnte, ist zwar eine leichte Innovation, doch alles andere wirkt gnadenlos uninspiriert und dazu auch noch reichlich blutarm. Ein, zwei nicht so überzeugend in Szene gesetzte Kehlenschnitte sind auszumachen, ein Holzspeer, der aus verdecktem Blickwinkel in den Körper gerammt wird (man sieht nur das schreiende Opfer) und eine kurze Sequenz unter Narkosemitteln, die zu den wenigen Highlights des Streifens zählt, bei der mit kleinen Auflockerungen gearbeitet wird und kurze kannibalistische Elemente zum Einsatz kommen.
Ansonsten wird viel gerungen, gebettelt, Betäubungsspritzen gesetzt und sich befreit, doch in Sachen Folter dürften Splatterfreunde auch bei der ungeschnittenen Fassung von gerade einmal 75 Minuten rasch die Freude verlieren. Es kommt zu selten Spannung auf, die Story verläuft fast komplett vorhersehbar, zudem trüben einige Kontinuitätsfehler und dumme Verhaltensweisen das einfältige Geschehen, welches fast ausschließlich in einer ranzigen Wohnung mit wenig Equipment unter kaum klaustrophobischer Atmosphäre stattfindet.
Auch wer in Sachen Folter und fieser Todesspielchen noch nicht soviel gesehen hat, - über heiße Münzen auf dem Bauch eines Opfers, welche gerade mal für rote Flecken und noch nicht einmal tiefe Brandwunden sorgen, muss sich noch nicht einmal ein zart besaitetes Gemüt scheuen. „Bonesaw“ kann man hingegen als Horrorfan im Allgemeinen scheuen, denn der bietet bis auf einigermaßen passable Darsteller und einer brauchbaren Grundidee keinen Grund für eine Sichtung. Unausgegoren erzählt, unspannend inszeniert und vergleichsweise blutarm ausgestattet, findet ein Mitfiebern allenfalls auf Sparflamme statt, was folgerichtig keiner Empfehlung gleichkommt.
3 von 10