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Jim Wynorski will den Wüstendonner entfachen, doch sein „Desert Thunder“ ist eher ein Sturm im Wasserglas.
Schon gleich der Beginn macht klar, dass Wynorski mal wieder Stock Footage aus anderen Filmen verwendet, in der Anfangsszene aus „Navy Seals“. Der Fallschirmsprung daraus ist ja schon öfter recycelt worden, da im B-Bereich kein Geld für so was da ist. Doch hier werden auch noch direkt die Ballerszenen aus dem „Navy Seals“-Auftakt verwurstet, um die Befreiung von Hashim Tareek (Marc Casabani) aus den Händen terroristischer Iraker zu doubeln.
In den good old USA angekommen, verrät Hashim den Amis, dass die terroristischen Radaubrüder da unten eine gefährliche Rakete auf das Land begrenzten Unmöglichkeiten gerichtet haben. Also soll Lee Miller (Daniel Baldwin) ein geheimes Flugteam ausbilden, um das offiziell nicht existierende Raketensilo in Grund und Boden zu bomben…

Jim Wynorski liefert sich ja scheinbar mit Schrottregisseur Fred Olen Ray einen Wettlauf darum, wer in seine Schundprodukte das meiste Stock Footage bei möglichst wenig selbstgedrehtem Material rein schneidet. So ist anscheinend keine einzige selbstgedrehte Flugszene in „Desert Thunder“, sondern vieles wurde einfach recycelt (vor allem „Der stählerne Adler“ wurde echt massiv ausgeschlachtet). Nun ist ja noch kein Meister(dieb) vom Himmel gefallen und Wynorski ist ein echter Stümper: Lauter Anschlussfehler und unterschiedlich aussehendes Material kennzeichnen das geklaute Stock Footage direkt als solches.
Das dünne Script wurde dann auch wohl auch noch nur um die entwendeten Szenen gestrickt, wenn man sich einige Szenen ansieht: Da zieht einer der Piloten ohne Grund einen weißen Anzug an, damit kurz darauf eine entsprechende Szene aus „Unternehmen Capricorn“ rein schneiden kann, in welcher der Stuntman entsprechende Kleidung trägt. Ansonsten gibt es den üblichen „Das dreckige Dutzend“-Verschnitt, denn alle Piloten für den Auftrag wurden unehrenhaft entlassen (*gähn*), aber die Geschichte erzählt eh nur den üblichen Quatsch von der Ausbildung bis zur Erfüllung des Auftrags (garantiert spannungsarm und wendungsfrei). Am Ende wird auch nur das Silo plattgemacht, die Finstermänner bleiben teilweise unbehelligt und der Film ist auf einmal vorbei. Immerhin vermeidet es Wynorski seine Zuschauer komplett zu langweilen, aber auch das macht aus „Desert Thunder“ keinen guten Film.

Selbst gemachte Action muss man zwischen dem ganzen Stock Footage mit der Lupe suchen, denn wirklich für den Film wurde nur der dämliche Überfall der Terroristen auf das Militärgelände gedreht. Der bietet kurze, durchschnittliche Gefechte, aber ist wenigstens nicht komplett dilettantisch gemacht.
Darstellerisch hüllt man sich im Bezug auf „Desert Thunder“ auch besser in Schweigen, denn die Darsteller sind alle durchschnittlich bis schlecht. Selbst Hauptrollenmoppel Daniel Baldwin hat schon wesentlich besseres abgeliefert und ein großer Schauspieler ist er ja nun echt nicht.

Bleibt unterm Strich ein lahmer, unspannender Actionfilm, der fast nur aus Stock Footage besteht, und dem man nur zugute halten kann, dass er nicht ganz so langweilig ist wie anderer Wynorski-Blödsinn.

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