Review

Ich muss zugeben, dass ich kein glühender Verehrer Adam Sandlers bin, doch „Bulletproof“ hat mir auf Anhieb ziemlich gut gefallen.
Archie Moses (Adam Sandler) und Rock Keats (Damon Wayans) sind ein eingespieltes Duo, das gemeinsam Autos zwecks Lebensunterhalt knackt. Die beiden sind die besten Freunde, was man direkt zu Beginn des Films merkt, wenn das Team der Arbeit nachgeht, vor der Polizei fliehen muss oder einfach nur gemeinsam in einer Bar abhängt. Kultig ist dabei sicher die „Dinni-Land“-Szene vor dem Polizeirevier.
Doch die Freundschaft hat einen Haken: Rock heißt in Wirklichkeit Jack Carter und ist seit langer Zeit als verdeckter Ermittler auf Archies Boss Frank Colton (James Caan) angesetzt. Tatsächlich kommt es zu einem Verhaftungsversuch, bei dem Jacks Tarnung auffliegt, doch Colton ist nicht da. Stattdessen liefern sich lediglich Polizei und Gangster eine Schießerei, bei der Archie seinem Kumpel versehentlich eine Kugel in den Kopf schießt. Pech für die Polizei, aber Glück für den Zuschauer, denn damit kann man schnell ein schickes Shoot-Out bewundern.

Jack überlebt den Treffer und gelangt zu voller Gesundheit, während Archie bei seiner Flucht aufgegriffen wird. Colton will Archie ans Leder, weil der ja mit Jack einen Cop in seine Organisation eingeschleust hatte, weshalb Archie als Kronzeuge aussagen will. Ausgerechnet Jack soll ihn eskortieren, doch den Streithähnen sind bald auch noch Coltons Schergen auf den Fersen...
„Bulletproof“ erfindet das Genre der Actionkomödie sicherlich nicht neu, doch sehr flotte Unterhaltung nach bewährtem Muster bietet er trotzdem. Natürlich wird die Eskorte alsbald dahingemetzelt, sodass sich Jack und Archie allein durchschlagen müssen, es wird verfolgt und verraten, doch das Ende der ganzen Geschichte natürlich jeder absehen. Doch Ernest Dickerson zieht seine Geschichte einfach extrem flott durch (man beachte die kurze Laufzeit des Films) und lässt keine Längen aufkommen. Überraschungen sind natürlich eher dünn gesät, auch wenn die Identität des obligatorischen Verräters auf guter Seite ein wenig überrascht.
Garniert wird der Plot mit einen Verfolgungsjagden, Schießereien und kleineren Prügeleien, wobei letztere nur einen Bruchteil ausmachen. Insgesamt erfindet die Action das Rad zwar nicht neu, aber ziemlich aufregend ist sie trotzdem in Szene gesetzt worden (vor allem das Abräumen in der Küche ist echt klasse gemacht). Allerdings könnten die Actionszenen doch in etwas größerer Zahl und Länge daherkommen (vor allem angesichts der kurzen Laufzeit); gerade im Showdown hätten man durchaus einige Gegner mehr zum Plätten bereitstellen können.

Wodurch „Bulletproof“ dann vor allem punktet, das ist die Komik. Jack und Archie liefern sich herrlich amüsante Wortgefechte, egal ob sie miteinander blödeln oder wirklich böse aufeinander sind. Während Jack der etwas coolere der beiden ist, darf Archie herrlich kalauern und ein paar sehr dreiste Aktionen bringen (z.B. das Gespräch mit dem Hotelwirt). Hinzu kommt noch etwas gut gemachter Slapstick, aber der Löwenanteil der Gags besteht halt aus Wortwitz.
Damon Wayans gibt einen überzeugenden Helden, doch er wirkt etwas bieder neben Adam Sandler, der hier schon gut loslegt, aber nicht ganz so überzogen wirkt wie in vielen anderen seiner Filme. Das wunderbar harmonierende Team bekommt mit James Caan noch einen ordentlichen Fiesling vorgesetzt, auch wenn Caan diese Rolle beinahe nebenbei erledigt und nicht groß gefordert wirkt. Die Nebendarsteller machen auch einen recht ordentlichen Job.

Schlussendlich fehlt „Bulletproof“ noch ein wenig zum Aufstieg zur ganz großen Actionkomödie, doch dank netter Actionszenen und sehr witziger Gags bekommt man einen flotten Film, den man sich zwischendurch ruhig öfters ansehen kann.

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