Auch wenn der Titel manchem etwas anderes suggerieren möchte, bei diesem rund 35-minütigen Kurzfilm handelt es sich nicht um Tierhorror mit Käfern, sondern um ein Jugenddrama.
Die Käfer, beziehungsweise Larven sind dabei als Metapher zu verstehen und bilden das emotionale Herzstück für die Umgebung der Hauptfigur.
Jene ist Ben, Schüler am College, der vom ersten Augenblick an von dem rebellisch auftretenden Schüler Grant fasziniert ist. Obgleich ihn seine Freundin Amber vor ihm und seinen zwei merkwürdigen Kumpels warnt, steigert sich Ben in eine Obsession hinein, die eines Abends in Grants abgelegenen Farmhaus seinen unerwarteten Höhepunkt findet…
„Bugcrush“ erzählt in erster Linie von der schwierigen Phase der Pubertät eines Schülers und seiner homosexuellen Neigung gegenüber dem, was er selbst gerne ein Stück weit nach außen tragen würde: Lässigkeit, Unbekümmertheit und gleichermaßen eine ordentliche Portion Mystery sind es, die Ben so faszinieren und in seinen Bann ziehen.
Gleichermaßen ignoriert er bei seiner Unerfahrenheit die düsteren Vorzeichen, in seiner emotionalen Fixiertheit entgehen Ben eindeutige Sätze, die bereits vorzeitig in eine bestimmte Richtung weisen.
Carter Smith konzentriert sich stark auf seine Figuren, zu denen man eine intime, realistisch gestaltete Nähe aufbaut, was natürlich auch den glaubhaft agierenden Mimen zu verdanken ist.
Ben möchte man mit zunehmendem Verlauf wachrütteln, seine rosarote Brille abnehmen oder ihn zumindest final aus Grants Bude zerren, denn spätestens nach der Anekdote mit den Käfern beim Onanieren sollten die Alarmglocken schellen und nicht die unterhalb der Gürtellinie.
In die letzten Szenen, welche recht geschickt gefilmt sind, lässt sich final eine Menge hinein interpretieren, doch sicher ist, dass Naivität und blindes Vertrauen letztlich ihre Quittung erhalten.
Doch wenn wir uns selbst an unsere ersten sexuellen Erfahrungen erinnern, müssen wir uns zugestehen, dass auch Angst und Unsicherheit eine große Rolle spielten, was in der Mischung aus Faszination und Ekel gegenüber den Käfern symbolisiert wird und aus Ben nicht nur ein Opfer seiner Leidenschaft macht.
Der Streifen wirkt in seiner kompletten Aufmachung wie Fragmente eines Albtraums, - hier eine merkwürdige Sicht durch den Lichtschein eines Autoscheinwerfers, dort ein verstohlener Blick unter die Dusche, die Wirkung von Drogen, Alkohol und am Ende das vorzeitige Erwachen als Selbstschutz der Seele.
Die Lähmung, die Grant bei seiner Erzählung erwähnt, wird im Nachhinein umso deutlicher und gleichermaßen schmerzhafter…
7 von 10