Die Zombies sind los - und nichts passiert...
Wenn wir die neue Ära an Zombiefilmen ab 28 days later betrachten, der sich zwar nur ansatzweise Zombiefilm schimpfen durfte, so erkennt man schnell, dass darunter, wie auch schon damals in den Glanzzeiten der 70er und 80er, mehr Schwund als Perlen in der Gesamtliste thematisch ähnlicher Filme zu finden waren, denn der Zombiefilm gilt, fernab der grossen Produktionen, auch im Amateurgenre zu den einfach zu bewältigenden Produktionen, die auch immer irgendwo zünden können.
Der Zombiefilm an sich erlebt allgemein grosse Beliebtheit, aber gerade in den letzten 10 Jahren scheints ausgereizt, denn nicht nur der Altmeister Romero wirft da in kleinen Jahresabständen seine Neuinterpretationen bzw. "Weiterentwicklungen" bis zum Erbrechen hin auf den Markt, und auch die kleineren Filmer, vorallem aber deutsche Amateurregisseure springen in ihrer unnachahmlichen Gier zu unterhalten, auf den immergleichen und durchaus innovationslosen Zug der Einheitszombiegeschmodderwelle auf, wobei sich einfältige und dumme Amateurzombieproduktionen sich eh nur zum Ziel setzen mächtigst Blutsaft und Gekröse über die Bildschirmfläche wirbeln zu können.
Zombie Night 2 ist einer dieser reichlich innovationslosen Produktionen der Amateur ,- bzw. C-Movie - Independentliga, mit einem Unterschied, dass er aus Kanada kommt und eigentlich so wohlwollend böse präsentiert wird, dass man sich von dem durchaus stylisch oldschooligen Cover der DVD blenden lassen kann. Insofern tut er das auch, denn nach dem Sichten des Erstlingswerkes, so nichtssagend und belanglos es auch war, gewisse Symphatie konnte man ihm abgewinnen, tummelten sich an jeder Ecke Zitate und Huldigungen, war das Endergebnis aber doch zu schal um über den Rand der unwichtigen und Höhepunktlosen Produktionen drüberzuschwappen, um irgendwo eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Aber als Konsument gibt man die Hoffnung nie auf, man erwischt sich immer wieder dabei Dinge zu kaufen, bei denen man schon im Vorfeld weiss, dass sie bloss durchfallen können.
Um auf Sudeleien zurückzukommen. Zombiefilme amateurhafter Zukunft in ihrem typischen Einheitsgerüst sind nur interessant solang es splattert, denn ja, ansonsten würds der Gorebauer nicht sehen wollen, und ja, genau das war schon der Tiefpunkt im ersten Teil: Niente, belanglos, nichts...Und hier mal wieder, warum man sich den weiten Teil antut: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Doch die Hoffnung ist spätestens dann gestorben, wenn wir schon reichlich früh die erste Zombiebegegnung begrüssen dürfen. Nicht, dass so ein frühes Erscheinen nicht willkommen wäre, aber Deathmetal - Gerotze, Kameragewackel und absurde, vollkommen chaotische Schiessereien im Haus sind nicht unbedingt der perfekteste Einstieg in einen Film, der prahlerisch als "Ein Film, den sie lange nicht vergessen werden" angepriesen wird. Doch das ist noch nicht einmal das Schlimmste, denn die vollkommen dreckige und verwaschen dunkle Optik des Filmes lädt nebenher, neben dem eingeführten Schmalhansobermacker "Name vergessen" zum Kotzen ein, geht man hier wohl in der Charakterzeichnung den coolen und gestylten Weg, wie es eine moderne Zombiegattung mit reichlich Coolness wohl braucht.
Cool ist hier aber allerdings, dass man es in dieser Amateurproduktion zumindest geschafft hat, sich eine gute Location unter den Nagel zu reissen, den die idyllische Anglerstadt mitsamt seinen Seen und schönen Bauten, umhüllt von dichten Wäldern lädt zur Atmosphäre ein, doch nur allzu nervig zerlegen die bisher dargelegten Darsteller die achso kleinen Anflüge davon. Nicht das ihr Geplänke so nervig wäre, aber unterirdisches Talent und die mickrige Synchro lassen insofern jeden Charakter nebensächlich wirken, wodurch man sich doch nur wünscht, dass sich der Obermacker bald in den Händen der Zombies befindet.
Darauf kann der geneigte Zuschauer, der sich erstmal mit der hässlichen Optik vertraut machen muss, lange warten, denn nur allzu sehr ist der Regisseur damit beschäftigt, Leben in das Treiben zu bringen, verpasst dabei aber nur allzu sehr die wirklichen und vorallem spannungsbringenden Höhepunkte. Da muss man sich mit Nonsensegelaber langweilen, schaut bei Flirt ,- bzw. Profilierversuchen rum, muss sich rassistische Kommentare über den Quotenschwarzen anhören, was wohl lustig sein soll, beobachtet nichtssagendes Rumgefahre in der niedergeschlagenen Einöde um dann in den erhofften Zombieaktionen mit gähnender Langeweile, aber noch viel schlimmeren Kamerawacklern und Chaos in den Schlaf geschaukelt zu werden, vorallem weils niemals wirklich gorig bzw. splattrig wird. (Warum es Cut bzw. Uncut Fassungen gibt, ist mir nicht bewusst, denn die Uncut ist allerhöchstens FSK 16 würdig)...
Nebenher schaukeln sich noch weitere Gangs ins Geschehen ein, man versucht wahnwitzig und völlig gewollt auf Romero zu machen, denn dieser Konflikt ungleicher Gesellschaften, gewollt mit allen Mitteln in dieser lebensunwerten Welt zu erleben, geht nach hinten los, denn Bezug ist keiner da, aber vorallem passiert hier irgendwie nichts. Schade drum, denn die Location ist weiterhin ordentlich, die Maskenarbeit der Zombies okay, sofern im Dunkel der Nacht zu erkennen, und auch einige Bildereinfänge ordentlich, das Leben darin, die Geschichte drumherum und die Präsens aber so klein, dass man sich fragt, warum die Macher eigentlich so etwas drehen? Da bringen dann auch die Ausflüge ins Endzeitgenre nichts mehr, um das Ganze mit sogenannten Bandenkriegen aufpeppen zu können.
Fazit:
Vollkommen belangloser und ideenloser Amateurzombie in stimmiger Location, aber mit einer so ideenlosen, gewollt typisch gesellschaftskritischen Umsetzung, dass das Zusehen zur Einschlafhilfe wird. Vorallem bleibts weitesgehend unblutig, die Optik lädt zum Kotzen ein und auch die Darsteller sind null Bezugspersonen, vielmehr erhoffte Schmodderware, die aber nicht eintritt. So bleibts ein Film, der am besten niemals gedreht worden wäre.
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