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Erst Hooligan aus Leidenschaft, dann Türsteher mit schlagenden Argumenten, dann Anabolika-Bodybuilder und schließlich in die Machenschaften der türkischen Mafia verwickelt – so der Werdegang von Carlton Leach - „White Trash“ aus Essex, England, der sich zu einem Gangster mit Rang und Namen hochmausert.
FOOTSOLDIER, der auf wahren Begebenheiten beruht, stellt uns nun eben diesen Herren Leach vor, dessen Laufbahn mit der Ermordung seiner beiden Gangsterkumpels und den bis zum heutigen Zeitpunkt ungeklärten Tatumständen ein Ende gefunden hat.

Filme wie „Football Factory“ oder „Hooligans“ hab’ ich bis dato nicht näher in Augenschein genommen, allerdings könnt ich mir vorstellen, dass der Grobian hier ganz gut neben die eben genannten passen würde.
FOOTSOLDIER ist ein ziemlich harter Streifen, der sein Hauptaugenmerk ganz klar auf die Zurschaustellung roher Gewalt legt. Klar, wieso nicht!? So was, kann ja wirklich ordentlich Spaß machen… Und in der Tat geht’s action-mäßig sehr ruppig zur Sache: Es wird zwar hauptsächlich geprügelt, dies aber bis das Blut spritzt und keine Nase mehr gerade ist, Zuhilfenahme kleinerer Hilfsmittel, wie z.B. Äxte und Macheten, freilich mit einbegriffen. Später wird dann auch ein bisschen geballert und aus den Einschusswunden sprüht der rote Nebel, dass es nur so eine Wonne ist.

Was mir am „Fußsoldat“ etwas übel aufgestoßen ist, war die Tatsache, dass alle Hauptcharaktere ziemliche Unsympathen sind. Gut, mit den Typen aus „Good Fellas“ wäre freilich auch nicht wirklich gut Kirschen essen gewesen, bei denen schimmerte aber wenigstens manchmal noch so ein Funzelchen Menschlichkeit durch. Und das vermisst man hier fast ein bisschen. Die Typen hier sind grobe Arschlöcher, die ihre Frauen schlagen – also: keine Kumpeltypen.
Minuspunkt Nr. 2: Diese „Freundlichkeit = Schwäche“-Mentalität – also sorry, aber die is’ echt total fürn Arsch. Ich mein’, wir sind hier ja nicht bei „300“, wo man drüber lachen kann. Nö nö, also die Message bewirbt der Film für meinen Geschmack ein bisschen zu vehement.

Fazit:
Roher, handwerklich ziemlich hochwertiger Klopper mit Gangster-Bio - epochal angehaucht, aber natürlich weit an der Klasse eines „Good Fellas“ oder „Scarface“ vorbei gesäbelt.
Trotzdem: Wenn die Spitzbuben ausm Knast mit 'ner Limo voller Koks und nackter Nutten abgeholt werden, dann funktioniert das Gangster-Feeling schon irgendwie.
Gibt von mir ein klares „kann“…

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