Review

Mit viel Vorschusslorbeeren versehen war ich wirklich gespannt auf "Rise of the Footsoldier". Heute nun, mit einem Kumpel zusammen fand der Schinken den Weg in den DVD-Player.

Zum ersten war es ja mal wieder klar das der deutsche Verleih den Originaltitel für uns, das deutsche Volk das wohl nach Ansicht vieler nicht der englischen Sprache mächtig ist, oder gar der einfachheit halber in "Footsoldier" umbenannt wurde. Das der Originaltitel allerdings mehr über den Film aussagt, wird da selbstverständlich übergangen. Klingt ja auch reißerischer und wie schon erwähnt einfacher..

Angepriesen wurde "Rise of the Footsoldier" als Hooligan-Meilenstein der an Authentizität und Brutalität kaum zu überbieten ist. Mag natürlich sein, das die wahre Geschichte authentisch ist und brutal ist er auch zweifelsohne. Aber ein Hool-Film wie der im Vorspann natürlich mitverwurstete "Green Street Hooligans" oder gar der wirklich gute "Football Factory" ist das hier beileibe nicht. Wenn man sich mit dem 10-minütigen Intro zufrieden gibt, dann mag das wohl zutreffen, nimmt man aber die komplette Story, dann ist das nur ein kleiner Furz im Gesamtpaket.

Wir dürfen also miterleben wie ein kleiner West Ham-Fan vom Hooligan zum Türsteher und anschließend zum Gangster avanciert. Das der Junge dabei eher als Laufbursche rüberkommt ist vielen sicher egal denn das Blut fließt ja. Sicher, es gibt ein paar nette Prügeleien, blutige Ballereien und sogar ein paar coole (auch wenn ich das Gefühl hatte unfreiwillig komische) Jokes, Oneliner oder wie sie auch immer genannt werden wollen. Das allein macht für mich aber noch keinen guten Film aus.

Zumindest vermochte "Rise of the Footsoldier" mich nicht zu fesseln. Mir war mit Verlaub gesagt ziemlich Wumpe was mit den Protagonisten passiert. Sei es das Lou Faringo-Double mit Namen Tony, der Pisspott-Schnitt-tragende Handlanger oder gar der Hauptdarsteller selbst. Das Hauptproblem, neben der sich nie ergeben wollenden Sympathie für irgendeinen der Männer ist, der fehlende "Rote Faden" in der Story!

Die Zeitsprünge werden zwar mit netten Untertiteln eingeblendet, aber merken tut man von dem Zeitenwechsel rein gar nix. Irgendwie gehts aber immer darum zu dealen, jemanden umzulegen oder einfach schön auf die Fresse zu geben. Super! Wirklich intelligentes Entertainment. Dann, nach ca. 1 Stunde verliert "Rise of the Footsoldier" dann etwas ganz wichtiges! Nämlich den Hauptdarsteller! 45 folgende Minuten scheint der Regisseur den "netten" jungen Mann vergessen zu haben. Is ja eigentlich auch Wurscht, hauptsache Blut fließt und es gibt ordentlich Keile!

Es ist mir Schleierhaft, wie dieser Film einen so hohen Bewertungsgrad bekommen konnte. Anscheinend verlange ich einfach zu viel von Filmen die heutzutage gedreht werden.

FAZIT:

Als Geheimtipp angepriesen wirkt "Rise of the Footsoldier" auf mich wie ein lauer Sommerwind in der Wüste des Nichts, mit Blut anstatt Sand das gehörig in den Augen brennt.. Einen Punkt gibts für die Hool-Intro, einen für das Blut und einen halben für ne ordentliche Portion Titten.. das macht...

2,5/10

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