Bislang hatte mich dieser Film nie sonderlich interessiert, aber gestern war ich dann doch neugierig. Ein Blindkauf hatte mich quasi dazu gezwungen, diesen Film mitzunehmen.
Ole Bornedals Hollywood-Remake seines eigenen Überraschungserfolgs “Nightwatch” von 1994: Der scheinbar geruhsame Job als Nachwächter entpuppt sich für den Jurastudenten Martin als gefährliche Praxis zur akademischen Theorie. Während er auf seinem Rundgang auch die mysteriöse Leichenhalle inspizieren muß, in der seltsame Dinge geschehen, versorgt ein Serienmörder derweil die Pathologie mit Nachschub. Und ehe er sich versieht, steckt Martin mitten in einem Sumpf aus geheimnisvollen Verstrickungen um Nekrophilie und Mord.
Hier hat der Däne Ole Bornedal, der auch am Drehbuch beteiligt war (wie schon beim Original), wirklich gute Arbeit (trotz einiger Schwächen) geleistet. Jedoch bleibt die Frage: Warum remaket ein Regisseur seinen eigenen Film, und das gerade einmal drei Jahre später? Nun gut, sei's drum...
Auf den ersten Blick sieht die Story nicht unbedingt vielversprechend aus, denn was kann einem Nachtwächter in einem Krankenhaus schon großartig passieren?! Die Antwort ist: Sehr viel.
Ole Bornedal hat es geschafft, alles aus seiner kleinen Geschichte herauszuholen. Hierbei ist besonders das Setting mit den dunklen Räumen und Hallen, welche eine unglaublich unheimliche Atmosphäre versprühen, fast wie in einem echten Gruselfilm, hervorzuheben. Der Zuschauer bekommt schon bei dem Anblick, wie der Nachtwächter seine Runden im Dunkeln drehen muss, mulmige Gefühle in der Magengegend. Teilweise ist's wirklich zum Gruseln!
Der Cast kann sich mit Ewan McGregor (eine seiner ersten großen Rollen), Nick Nolte und Patricia Arquette durchaus sehen lassen. Leider kann nur Ersterer vollends überzeugen, während Nolte und Arquette eine zu kleine Rolle und zu wenig Screentime bekommen. Obwohl Nolte einen größeren Part als Arquette spielen darf, bleibt er insgesamt relativ blass. Es gibt leider zu wenig Handlungsspielraum für seine Figur. Bei Arquette ist es ganz einfach die Rolle, die ihr insgesamt zu wenig Screentime gönnt. Allein in diesem Bereich hat Bornedal enormes Potenzial verschenkt! Hätte man diese Parts weiter ausgebaut und dem Film insgesamt mehr Spieldauer geschenkt, wäre sicherlich der ein oder andere Punkt mehr drin gewesen.
Ein weiterer, aber nur geringfügiger Minuspunkt muss für das ziemlich unspektakuläre Finale gegeben werden. Es rauscht quasi an dem Zuschauer vorbei und man fragt sich "Was, das war es schon?" Ähnlich wie mit der Laufzeit, hat man auch hier nicht alles aus dem Film herausgekitzelt. Ein wenig mehr hätte es schon sein dürfen, Herr Bornedal.
Am Ende steht ein spannender und nervenaufreibender Thriller, der wirklich lohnenswert ist, trotz der kleinen Kritikpunkte!
7 Punkte.