Der Film „Love Bites“ des Regisseurs Antione de Caunes, von dem Verleih auf dem DVD-Cover großspurig als „a romantic classical vampire tale“ angekündigt, entpuppt sich schnell als Enttäuschung in so ziemlich allen Belangen – angesiedelt in den Bars und Clubs des pariser Nachtlebens, kann es sich schließlich von Grund auf nicht mehr um eine „klassische“ Vampirgeschichte“ handeln, jene Geschöpfe der Nacht tauchen ohnehin nie wirklich (schon gar nicht im traditionellen Sinne) auf, und „Romantik“ sucht man ebenfalls vergebens … soviel dazu.
Und Asia Argento? Ja, sie sieht im Film genauso gut wie auf dem Cover aus. Als Goth-Chick, mit blasser Haut und in edler schwarzer Kleidung gehüllt, stellt sie das optische (und einzige) Highlight des Films dar, doch ihr Auftritt ist begrenzt und von der Screen-Time eher als eine Nebenrolle einzustufen.
Es geht um Antoine (Guillaume Canet – „the Beach“), ein selbstsicherer Verlierertyp, der nach dem Rauswurf durch seine Frau in einem Schwimmbad haust und sich mehr schlecht als recht nachts an Türstehern vorbeimogelt. Beim Verlassen einer Bar schnappt er per Zufall den Namen eines Szenegängers auf, mit welchem er sich wenig später den Zugang zu einer High-Society-Party zu erschleichen versucht – mit Erfolg. Der Gastgeber erfährt jedoch von der angeblichen Freundschaft zu dieser Person, worauf er Antoine eine Million Franc dafür in Aussicht stellt, wenn jener diesen mysteriösen „Jordan“ (Orazio Massaro) ausfindig machen kann.
Natürlich nimmt er das Angebot an und hört sich in den Bars und Szeneclubs um, wobei er auf die erotische und geheimnisvolle Violaine (Asia Argento – „xXx“) trifft, die sich als Jordans Schwester herausstellt. Beide verbringen eine bizarre Nacht miteinander, nach der Antoine mit Kratzern übersät ist…
Man erzählt sich, das Geschwisterpaar würde sich für die letzten ihrer Art halten, nämlich die der Vampire. Aus diesem Grund will sich Jordan auch unbedingt mit seiner Schwester paaren, um ihr Überleben zu sichern, doch Antoines Auftraggeber ist natürlich ein Vampirjäger, der das unter allen Umständen verhindern will…
Kling gar nicht mal so schlecht? Hab ich auch gedacht, doch der Regisseur hat einfach kein Gespür für die Materie bewiesen – zu lächerlich manche Figuren, zu dumm viele Dialoge, und manchmal wird es auch unfreiwillig komisch. Allein die Darstellung eines S/M-Clubs ist derart klischeehaft und peinlich ausgefallen, dass man sich fragen muss, wie jemals unter diesen Voraussetzungen eine bizarre Atmosphäre erzeugt werden sollte.
Asia spielt ihre Rolle geheimnisvoll und lasziv – sie erschafft eine Figur mit dieser gewissen Gothic-Aura, doch leider ist sie das einzige Element jener Art, denn ansonsten fehlt dem Film dieser entscheidende Faktor vollkommen. Dementsprechend ist der einige Höhepunkt eine surreale Verführungsszene ihres Charakters, bei der man auch mal wieder ihr Steißbeintattoo bewundern darf – und das gleich in dreifacher Ausführung (die Szene aus „Bram Stoker´s Dracula“ lässt grüßen).
Leider vergönnt das Drehbuch dem Zuschauer nicht mal den völligen Genuss wenigstens dieser einen Szene, denn Violaine muss dabei ja unbedingt aus irgendwelchen Gründen erklären, warum sie ihren BH nicht ausziehen möchte (Begründung: Weil sie zu große Brüste hat, für die sie sich schämt…?!?)…
In dieser Sequenz kommt auch eine der zwei Special-Effects-Einstellungen des Filmes vor – die gelungenere von beiden, denn die „Bullet-Time“-Sequenz des Showdowns ist nicht nur höchst durchschnittlich, sondern vor allem vollkommen überflüssig.
Ach ja, wohl aus einem Gefallen heraus taucht sogar Vincent Perez („Crow 2“) kurz mal auf – sein Cameo ist so knapp wie unnötig, doch wenigstens wird sein Name so nicht gewichtig mit diesem Werk in Verbindung gebracht.
Positiv anzumerken wäre (wenigstens in Teilen) noch die Kameraarbeit – mit dem dezenten Einsatz von Farbfiltern wurden viele Szenen edel und optisch schön eingefangen. Trotzdem kann die Optik in diesem Fall auch nichts mehr herausreißen, so tödlich langweilig ist das Ergebnis.
Fazit: „Love Bites“ ist vom Anfang bis zum unnötigen Cliffhanger ein öder und absolut spannungsfreier Möchtegern-Vampirfilm, der außer der schönen Asia Argento in einer zu kleinen Rolle nichts zu bieten hat … 2 von 10.