GUNPOWER ist ein Film, bei dem man nicht zu früh die Hoffnung aufgeben sollte. Zu Anfang ist es schon ein dämlicher Klamauk, der hier geboten wird. Die Charaktere sind ziemlich klischeehaft: Eric Roberts gibt den abgebrühten Obergangster, dessen ultracoole Mimik ab und zu schon etwas tuntig wirkt, Chris Rock (schon dieser Name) fungiert als nerviger Hampelmann, dessen Sprüche nicht im geringsten lustig wirken. Für Political Correctness ist reichlich gesorgt. Jeweils zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere werden vom Chef in Einheiten zusammengetan, was ein wenig an derartige Kennenlernspiele im Kindergarten erinnert. So beispielsweise der Macho und der Schwule, die am Ende eine rührende Freundschaft entwickeln. Alles klar.
Ab der Mitte verändert sich jedoch die Stimmung, und aus der Billig-Action wird ein Film mit einiger Tragik, wobei die Charaktere auch eine andere Gewichtung bekommen. Man kann dies vielleicht auch als bewußte Demontage von Action-Klischees verstehen, die an Takashi Ishiis GONIN erinnert (der viel besser ist). Ansonsten ist der Film, zumindest in der Fassung ab 18, recht blutig, und die drückende Atmosphäre in der zweiten Hälfte läßt den Film im ganzen schon recht hart rüberkommen.
Einen bitteren Nachgeschmack hinterläßt die Antipathie gegen Asiaten, die in diesem Film ausgelebt wird, und die wohl durch ein übertriebenes Maß an P. C. auf der anderen Seite wieder ausgeglichen werden sollte. So bitte nicht. Letztlich aber ein Film, der mit Vorbehalt zu empfehlen ist, vielleicht gerade wegen des sich ergebenden Diskussionsbedarfs.