Schon allein der Anfang macht deutlich dass wir es hier mit einem "Undergroundfilm" der besonderen Art zu tun haben. In s/w - Bildern werden triste Aufnahmen einer maroden Industriestadt gezeigt, begleitet von einer Sprecherin die uns "warnt" das manche Filme über die Grenzen gehen, was normalerweise gezeigt wird...und damit hat sie Recht.
(Die letzte Einstellung vor dem "eigentlichen" Film sagt schon viel aus: eine tote (Friedens)Taube umwickelt mit Zelluloid)
Der Regisseur möchte diesen Film demnach auch als "Kunstfilm" betrachtet sehen; dass dies natürlich Auslegungssache ist hat Buttgereit schon mit "Nekromantik" gezeigt - in diesem Film wird noch ein Schritt weiter gegangen:
In 4 Episoden werden die dunkelsten menschlichsten Abgründe gezeigt und mit teilweise widerwärtig-abartigen F/X untermauert.
Teilweise nimmt dies schon groteske Züge an, wenn wie gleich am Anfang einer Frau der Bauch aufgeschnitten wird und ein Auge aus der Bauchdecke rausgepult wird...jedoch ist die explizite Tötung eines Babys mehr als selbstzweckhaft und "überragender Höhepunkt" des Treibens in der ersten Geschichte um inzestuöses Gedankengut und Hassliebe. Die gesamte Episode über ist eine theatralische Keyboardklimperei zu hören - manchmal verstummend, um im nächsten Moment ohrenbetäubenden "Kratschgeräuschen" Platz zu machen und dann wieder in sanfte Töne überzuspringen.
Ansonsten mit die eindringlichste, längste und "härteste" Geschichte; bekommt man schon ob des psychopathischen Bruders Bammel...und dann die F/X; entweder wurde hier ein echtes Baby geboren oder aber...Hammer! Eindringliche Sickness überkommt mich beim schauen! :-(
Auch sehr schön - der Protagonist erzählt wie er versucht das tote Baby zu vögeln; gut das es nur bei der textlichen Vorstellung blieb; obwohl das hier schon mehr als reicht!
Bähhh....na ob das noch "getoppt" werden kann - ich hoffe mal nicht!
Na da gibt einem die 2te Episode wieder Zeit zum Luft schnappen, auch wenn diese nicht minder obskur ist. Da liegen dann Leute nackt auf einer Wiese und haben "Sex mit Mutter Erde", in die sie sich teilweise versuchen einzugraben, wo dann Blut herausströmt was um den Körper geschmiert wird. So kann man einen Film auch füllen...nicht minder anstößig, jedoch nicht sooo provokant wie Episode1. Bizarr - das mag am ehesten hier zutreffen...
Bei beiden Episoden wird hier vor allem mit Farbfiltern, die des Öfteren eingesetzt werden, gearbeitet. Ansonsten dominieren Kameraschwenks und Wechselung von hellen und dunklen Bildern.
Dann Episode 3 sieht Anfangs recht normal aus und weiß nicht wirklich zu passen - ein Mann sitzt in einer Bar, trinkt einen Kaffee und beobachtet das rege Treiben.
Plötzlich steht er auf und unter metallischem Klanggewitter wird er während der Arbeit und bei seinem zu Hause beobachtet. Da er Single ist muss er die "schönste Nebensache der Welt" alleine ausüben...und sich einen beim Pornofilm gucken einen schrubben! Wir nehmen natürlich teil daran. Leider lässt sich in der bisher erhältlichen Fassung nicht erkennen WAS er genau sieht (vielleicht mag es ja schockieren), aber die japanische Fassung ist in diesen Einstellungen geblurrt, was den "Sehgenuss" doch ungemein "stört"...die schlechteste, anspruchloseste und stupideste Episode.
Der Traum von dem Mann ist auch gleich Einleitung in die 4te Episode, in der noch mal richtig aufgedreht wird und mächtig in die vollen gegangen wird: eine Horde wildgewordener Frauen krallen sich Jesus, vergewaltigen ihn, bearbeiten ihn mit Rasierklingen und...oh mein Gott wie künstlerisch wertvoll! *kotz*
Zuvor darf er aber selber noch erfahren was Haken alles anrichten können - auch hier: die Digitalzensur verwehrt uns den Blick auf die F/X (ich nehme an das Penis und Hoden von Haken zerrissen werden; sicherlich optisch gut gemacht, aber "leider" nicht erkennbar).
Von Unterhaltung kann man also bei diesem Film gottlob nicht sprechen; der so genannte "Kunstanspruch" war in meinen Augen auch nicht zu finden: Jesus mit Rasierklingen häuten, ihm die Hautlappen in den Mund stecken wie er es beim Abendmahl mit den Oblaten gleichtat und ihn noch in den Mund pissen?! (Mein Blut - für Euch - mal andersrum???); zudem noch die Magendecke aufreißen und mit den Eingeweiden die Muschi reiben bis der Orgasmus kommt...
Also ehrlich - solch albernen blasphemischen Dreck haben genug BlackMetalBands im Repertoire; hier nun die absolut "vollkommene" Form davon. Überhaupt ist der Film sehr unchristlich und in nahezu jeder Episode wird die Schöpfung, Gott und alles was mit dem Thema zu tun hat aufs gnadenloseste niedergemacht und dem Menschen jegliche Hoffnung genommen.
Fazit: Eher ein Stück Exploitation für Freunde der etwas mehr anderen "Unterhaltung"...selbst für Horrorfreunde nur absolut bedingt tauglich! Religionenhasser werden jedoch nichts Besseres finden!!!