Subconscious Cruelty (2000)
Ein tiefer Blick in die Abgründe menschlichen Empfindens und Handelns, bildgewaltige Eindrücke voller Obsessionen, Grausamkeit und Sexualität. Das experimentelle Kino von Karim Hussain und Mitch Davis überschreitet Grenzen, scheint keine Tabus zu kennen. Düstere Bilder werden mit ausgefeiltem Tondesign zu schockierenden Visionen des menschlichen Unterbewusstseins geformt...
Regisseur „Karim Hussain“ sein Filmdebüt ist ein regelrechter Schlag in die Magengrube! Subconscious Cruelty was wörtlich übersetzt so viel wie „Unterbewusste Grausamkeit“ bedeutet, entstand aus der Feder von einem 19 jährigen und spätestens hier kann man schon mal den Hut ziehen und großen Respekt walten lassen, denn erstens ist die Message des Films so gestrickt, dass es ein gewisses Maß an literarischer Vorkenntnis benötigt, speziell in Philosophie (Nihilismus) und auch die Umsetzung natürlich, die ein künstlerisches Talent sichtbar macht. Respekt Herr Hussain. Dann kommt noch dazu, dass „Subconscious Cruelty“ in der Fangemeinde zum Kultfilm geworden ist und natürlich ein ganz besonderes Schmankerl wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung ist und auch gerne in die Top 10 der härtesten Filme weltweit aufgenommen wird. Das Mysterium um die Dreharbeiten selbst, die fünf Jahre beansprucht hatten, die Einziehung des Zolls usw. erledigten den Rest. „Subconscious Cruelty“ = legendärer und einzigartiger Kultfilm.
Die Story baut sich episodenstrukturiert auf. 4 Episoden (Ovarian Eyeball, Human Larvae, Rebirth und Right Brain / Martyrdom) die nur von der Hauptthematik (Message) zusammenhängen, sonst aber in ihrer Art unterschiedlich sind und stets eine eigene Geschicke (Situation) beschreiben. Das Ganze hat es definitiv dann in sich! Nihilismus, Provokation und Tabubrüche durch die Bank hin weg. Explizit aber künstlerisch. Mann kann und sollte hier nicht auf Details eingehen, da man „Subconscious Cruelty“ einfach selbst erleben muss. Ja, richtig gehört „erleben“ denn dieses künstlerische Meisterwerk ist ein Erlebnis der besonderen Art. Mainstream Zuschauer werden schockiert flüchten, Splatter und Torture Freunde werden abfeiern und der Filmliebhaber experimenteller Filmkünste wird den Streifen genießen und aufsaugen. Ein Fehler sollte man allerdings vermeiden. Nicht mit den Erwartungen ran gehen, dass man es mit einem Horrorfilm zu tun hat und auch sollte man unvoreingenommen sich auf diesen Film einlassen.
Die Umsetzung: Kreativ wie technisch und in Anbetracht des geringen Budgets ist der Film sehr gut umgesetzt worden. Die intensiven Farbfilter und Kontraste passen zur Gesamtstimmung und dem minimalistischen Ambiente. Die extremen und sicherlich kontroversen Szenen harmonieren dann mit dem visuell künstlerischen Gesamtpaket. Ist der Streifen denn nun wirklich so hart? Es kommt immer auf den Blickwinkel an und auf das, was der Zuschauer schon vorher alles gesehen hat. Mich persönlich schockt so schnell nichts mehr und ich kann bestätigen, dass es noch Härteres gibt, gerade aus dem asiatischen Bereich. Doch leicht verdaulich ist der Film nicht. Ob die Szene mit dem Baby oder die mit Jesus Christus sind schon fragwürdig irgendwie, aber auch toll gemacht. Der Streifen ist einfach interessant und wer hier zu „krank“ sagt, der hat keine Ahnung von experimenteller Kunst und hat die Botschaft nicht verstanden.
Schauspielerisch ist der Cast unbekannt und das Schauspiel glich eher einer Performance vom Acting her. Die Anforderungen waren aber auch nicht hoch, da hier eine klassische Figurenzeichnung nur eine sekundäre Rolle spielte.
Subjektiv fand ich “Subconscious Cruelty” nach der ersten Sichtung, leicht verstörend und ich fragte mich, was das mit einem Horrorfilm zu tun hat, auch schreckte mich die letzte Episode mit Jesus irgendwie ab. Nach der zweiten Sichtung bin ich dann vorbereitet und professionell an den Film gegangen und erkannte große experimentelle Filmkunst mit einer Message die nicht so leicht zu verstehen ist aber plakativ vermittelt wird. Was soll ich sagen, ein keines Meisterwerk für Genre Freunde. Hat mit dann doch ziemlich gut gefallen.
Fazit:
GENIAL! Verstörend, interessant und einzigartig in seiner Art. Wer dem Film allgemein tolerant gegenübersteht, der sollte sich dieses härtere Filmchen mal anschauen. Empfehlung!
Bewertung:
8 / 10 Punkte.