Warum taucht ein Plesiosaurus plötzlich in Amerika auf und wurde vorher nie wahrgenommen? Wie konnte Nessie von Schottland in die Staaten gelangen? Womit hat es sich gepaart, um Eier legen zu können? Und warum agiert Brian Krause mit nur einem Gesichtsausdruck?
Das sind alles so Fragen, die sich Freunde von trashigem Tierhorror wohl kaum stellen werden, denn hier wird man mit der vollen Dröhnung sattsam bekannter Genre-Klischees konfrontiert. Größtenteils zur Freude des geneigten Fans.
Gleich drei Helden stehen im Mittelpunkt beim Kampf gegen die Brut: Kryptozoologe James, der als Kind mit ansehen musste, wie Nessie seinen Vater tötete, Teen Josh, der beim örtlichen Bootsverleih arbeitet und James auf seiner Jagd begleitet und Cop-Frau Karen, Mutter des Bootsjungen, zunächst überaus skeptisch gegenüber Theorien über prähistorische Reptilien, bis sie das zwölf Meter große Vieh selbst zu Gesicht bekommt.
Die drei haben sich viel vorgenommen, denn auf einer Insel wartet nicht nur Mutter Dino, sondern zusätzlich ihre angriffslustigen Nachkommen.
Es mag zunächst verwundern, Nessie (oder deren Artverwandte) in die USA zu verfrachten, doch Genre-Fans reagieren dankbar: Endlich nicht nur die Kulisse von Loch Ness und endlich mehr als nur ein Monster im Mittelpunkt.
Wenn auch die malerischen Schauplätze wie See und Insel nicht allzu viel hergeben, so sind vor allem die kleinen Saurier per CGI recht gelungen in die Landschaft integriert worden.
Etwas blutiger schlägt jedoch nur Mom-Dino zu, da kommt es auch schon mal zu Körperteilungen und Enthauptungen, die leider auch per CGI in Szene gesetzt wurden und im Vergleich zu den sich geschmeidig bewegenden Sauriern nicht so optimal animiert sind.
Die Figuren bilden indes ein schwarzweiß-malerisches Gefüge, welches kein Klischee auslässt. Der traumatisierte Jäger (Brian Krause wirkt hier wie ein Van Helsing der Saurier mit Indiana-Jones-Ähnlichkeiten) zieht auch in prekären Momenten an seiner Zigarillo und hat nur Rache im Sinn. Der Bootsjunge Josh ist ein schnell Lernender und kann frisches Wissen direkt einsetzen, wird seiner Ex in lebensgefährlicher Situation bestimmt beiseite stehen und ist über den fiesen Nebenbuhler komplett erhaben.
Nur Frau Cop kommt nicht so sympathisch rüber, weil sie allem negativ gegenüber steht und ihrem Sohn kaum etwas Heldenhaftes zutraut.
Begrüßenswert temporeich geht das Geschehen vonstatten. Und auch hier werden kaum Zutaten des gängigen Tierhorrorstreifens ausgelassen.
So wird ein zauseliger, natürlich namenloser Angler genauso geschnappt wie eine unbedarfte Dame nach dem Einkaufen in ihrem Auto keinen Schutz vor dem Ungetüm finden kann, - der Bodycount muss ja irgendwie ein mindestens durchschnittliches Maß erreichen.
Dass vier Teens zunächst auf der Insel zelten wollen, wo eben jene Saurier-Babys nach frischer Nahrung suchen, kommt dem Treiben ebenso zugute, wie eine Hatz mit Verstecken im hohlen Baumstamm oder der Gegenwehr mit skurrilen Waffen mit elektromagnetischen Wellen oder Zyanid-Kapseln.
Da hätte der Showdown durchaus noch ein wenig ausladender ausfallen dürfen.
Trash-Freunde mögen einfach Helden, die immun gegen Unterwasser-Strömungen sind, oder einen alten Kauz, der Fleisch ins Wasser wirft, um ein Foto von Nessie zu machen.
Die Flucht auf einen Baum oder die Bekämpfung eines Jungtieres mit Paddel im Boot bilden darüber hinaus willkommene Action-Einlagen, die, zusammengefasst, ein unterhaltsames Gesamtbild ergeben.
Gänzlich frei von Überraschungen, für Alteingesessene des Genres aber angenehm vertraut,
6,5 von 10