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James Murphey musste als 12jähriger mit ansehen, wie sein Vater von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, getötet wurde. James, viele später von Beruf Kryptozoologe, macht es sich zur Aufgabe, dass Biest zu finden. Als am Lake Superior ein alter Kauz von einem Seeungeheuer berichtet, mach sich James auf den Weg dorthin. Und tatsächlich: Ein unbekanntes Fischmonster ist für mysteriöse Todesfälle verantwortlich.

Paul Ziller und Tierhorrorproduktionen des SciFi Channels gehören ja mittlerweile so zusammen wie der berühmte Arsch auf den Eimer. Und diese Routine merkt man der neuen Loch Ness Variante auch deutlich an. Es werden genüßlich die ausgetretenen Pfade dieses Genres beschritten, aber eben nie so, das Gefahr droht Langeweile einzukehren. Einzige Innovation an dem Film ist es Nessie an den Lake Superior zu transferrieren, ansonsten herrscht der übliche stereotype Figurenhaufen an menschlichen Darstellern vor und den üblichen Herzschmerzsorgen, Familienproblemen und einsamen Helden, schließlich will die Freundin ja auch was zum gucken haben wenn man Filme dieser Art einschaltet (ok, ich zahl freiwillig fünf Euro in die Vorurteilskasse).
Kommen wir nun zur zentrale Frage wie denn nu der Plesiosaurus, der Nessie sein soll, in einen See an der amerikanisch kanadischen Grenze kommt. Wenn ich mir das so richtig zusammengereimt habe, benutzt der Dino dafür miteinander verbundene Unterwasserkanäle um so ein geeignetes Territorium zur Eiablage zu finden, aber muß es dann von Schottland nach Nordamerika schwimmen? Und wieso fällt Nessie erst nach weiß Gott wievielen Jahren mal ein für nachwuchs zu sorgen? Wo ist eigentlich der Papa? Wieso verschießt eine EMP Pistole Mikrowellen (das das wissenschaftlicher Dünnschiß auf vielerlei Art weiß sogar eine Physikniete wie ich)? Welche Spritze setzt man einem Dinosaurier um ihn dermaßen leicht entflammbar zu machen? Fragen über Fragen. Nee, lassen wir die Story da wo sie hingehört, ins Reich des gepflegten Wahnsinns und dem eigenen Logikzentrum lassen wir ein schönes Bad ein, indem es sich die nächsten anderthalb Stunden wohler fühlt.
Dafür darf man dem Film zugute halten, das er sich recht flott fortbewegt, das ganze Human Interest Zeugs hält ihn nicht übermäßig auf. Einige blutige Shots sind auch zu bewundern und die CGI macht deutlich Fortschritte bei den SciFiern, ist zwar immer noch nicht kinotauglich aber besser geworden, auch die Interaktion mit der Realwelt klappt jetzt besser als beispielsweise noch bei Horror Aliens oder ähnlichem Schotter.
Bleiben noch die Darsteller, bis auf Don S. Davis in seiner Rentenrolle kenn ich echt keinen von der Truppe, aller bekleckern sich auch nicht gerade mit Ruhm, sind aber im Rahmen ihrer Aufgabe erträglich. Am Ende bleibt das was ich von Werken des Channels eigentlich mittlerweile erwarte, eine Standard Monster Story, die man ohne große Erwartungen schmerzfrei konsumieren kann.
5/10

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