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Vor 150 Jahren schlossen die Menschen eines ländlichen Weilers in Pennsylvania einen Pakt mit dem Bösen: Um von der Pest verschont zu werden, opfern sie seither jedes Jahr einen der ihren einem menschenfressenden Oger. In der Gegenwart gehen vier junge Leute dem Gerücht nach, nach dem tief im Wald eine Siedlung läge, wo die Leute noch leben wie vor 150 Jahren. Zu ihrer Überraschung werden sie fündig, können sich ihrer Entdeckung aber nicht recht freuen. Denn jetzt sind auch sie Ogerfutter.
Wer bei Ogre einschaltet fühlt sich automatisch sowohl von der Handlung, als auch von den Settings an The Village erinnert (der Name Monster Village kommt wohl auch nicht von ungefähr). Vier Neuzeitschnösel treffen auf ein altes, von einem magischen Bann belegtes Dorf das,wie im finstersten Mittelalter, durch einen magischen Pakt am Leben erhalten wird. Die Story an sich hat durch das Monster und den obligatorischen Clash der Kulturen durchaus einen gewissen Reiz, ist aber hemmungslos aus kopierten Versatzstücken anderer Filme zusammengeklont. Der auschließlich computeranimierte Oger sieht dabei nicht gerade umwerfend aus, besonders die Interaktion mit der Umgebung wirkt nicht gerade technisch sauber gelöst. Da der Riesenlulatsch nunmal das zentrale Thema des Films ist, hätte man sich ruhig ein wenig mehr Mühe geben können.
Apropos Oger, das arme Vieh hat eigentlich einen echten Scheißjob an Land gezogen. Er bekommt nur einmal pro Jahr einen Menschen als Futter, gehen wir dabei mal optimistisch von einem durchschnittlichen Gewicht von 80kg pro Opfer aus, erhält der arme Kerl lediglich 220 Gramm Fleisch pro Tag zum futtern (also ein lausiges Steak ohne Beilagen). Da Mensch ja bekanntlich wie Hühnchen schmecken soll und eine durchschnittliche Hühnerbrust ca. 100 Kcal pro 100gr Gewicht hat, hat er einen Energieverbrauch, der etwa der empfohlenen Tagesmenge eines Yorkshire Terriers entspricht. Hoffentlich hat er eine sparsame Verdauung.
Das Tempo des Films ist nicht übermäßig hoch, es wird für meinen Geschmack zu viel dialogisiert über Menschlichkeit, Rechte und anderes ethisches Gedöhns. Der Oger selber ist auch nicht gerade ein Sprinter, so daß Verfolgungsjagden im nebligen Wald auch entfallen müssen. Brutal ist es auch nicht übermäßig, das vergossene Blut stammt samt und sonders aus dem Computer, aber da der Film fürs TV gedreht wurde, ist das entschuldbar.
Ein wirklicher Kracher ist der Film nicht geworden, die Story ist eigentlich austauschbar, aber Oger sind seit Shrek ja in Mode, die Darstellerleistungen sind durchwachsen aber akzeptabel. Ein leidlich interessante Monster Mär, die man sich mal anschauen kann, aber kein Grund einen Shrek-Konkurrenz-Fanclub zu gründen.
4/10

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