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Ein ungleiches Brüderpaar: John - selbstsicher und verantwortungsbewusst, Charlie - unbeherrscht und ständig vom Pech verfolgt. Doch eins ist ihnen gemeinsam: sie lieben dieselbe Frau und teilen denselben Traum: einmal im Leben den Geldtransport auszurauben, der über ein streng bewachtes Tunnelsystem jede Nacht die Einnahmen aller Stationen der New Yorker U-Bahn einsammelt. Die Sache hat nur zwei Haken - der Money Train gilt als absolut überfallsicher und als Bahnpolizisten sollten sie ihn eigentlich bewachen! Doch dann sitzen die beiden Cops plötzlich in diesem Millionen-Zug, der führerlos und ohne Bremsen durchs U-Bahnnetz donnert.

Money Train erinnert mich ganz stark an Bad Boys mit den gleichen Stärken, aber auch den deutlichen Schwächen. Der Film hätte eine wirklich nette Buddymovie Actionkomödie werden können, Snipes und Harrelson arbeiteten bereits schon früher miteinander und das Zusammenspiel der beiden klappt gut. Irgendjemand hielt es aber auch hier für eine töfte Idee unbedingt eine Frauenrolle einzubauen und so darf Jennifer Lopez beinahe in jeder Szene ihren Kopp reinhalten und den ganzen Schwung ausbremsen. Klar das sich beide Brüder Hals über Kopf in die schöne Latino Braut verlieben und die schönen Wortgefechte vorher werden beinahe gänzlich unter den Tisch gekehrt.
Die sowieso schon schmale Action, die sich hauptsächlich auf das Finale furioso konzentriert, beschränkt sich auf einen Psychopathen, der gern Kassenhäuschen anzündet, ansonsten werden in der Zwischenzeit durchaus einige Längen geboten, die weder humorvoll noch actionreich sind. Da häuft Charlie einen Haufen Spielschulden auf und aus der Not geboren entsteht der Plan den Money Train auszurauben, während John als fürsorglicher Big Brother natürlich mit muß. Die beste Rolle im Film hat dann auch der Underground Police Chief, der sich aufführt wie ein Herrgott und ein dermaßen überzeichnetes Ekelpaket gibt, das es schon wieder Freude macht.
Aus dieser Vielzahl an Komponenten versuchte Ruben nun ein funktionierendes Ganzes zu kreieren, was an der Kinokasse aber einen sauberen Schiffbruch erlitt und dies meiner Meinung nach auch zurecht. Die über 100 minütige Laufzeit hätte man besser etwas gekürzt um der ganzen Story mehr Schwung zu geben und nicht so untentschlossen zwischen den ganzen Subplots umherzupendeln. So bleibt ein Durchschnittsfilm mit aufgedrehtem Showdown, aber mit zuviel Leerlauf auf dem Weg dahin.
5/10

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