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Dieser Zug ist abgefahren… 

Nachdem drei Jahre zuvor das Duo Harrelson/Snipes schon auf dem Streetbasketballcourt famos harmoniert und einen waschechten „Moneymaker“ ins Kino gebracht hatte, fahren die beiden nun in deutlich größerem Budgetrahmen U-Bahn. Oder hetzen diesen eher hinterher. Denn in „Money Train“ versuchen die beiden in einer monetären Drucksituation als zwielichtiges, brüderliches Copduo einen Untergrundzug voller Kohle zu überfallen…

Weiße Jungs kennen den Fahrplan nicht!

„Money Train“ wird am Leben gehalten durch dreieinhalb positive Dinge. Und das reicht für einen soliden, augenzwinkernden Actioner. Erstens und vor allem: seine beiden Stars! Woody und Wesley mögen sich eindeutig und funktionieren erneut köstlich zusammen. Sie wären zu mehr bereit - wenn es denn das Script hergeben würde. Tut es aber nicht. Sei’s drum. Zweitens: eine noch sehr junge und ungekünstelte Jennifer Lopez als Love Interest zwischen den beiden ungleichen Jungs. Drittens: von seinen weihnachtlichen Vibes. Auch ein guter Silvesterknaller sicher. Und einen halben Punkt gibt’s noch für seine Bösewichte, interne wie externe. Sowohl Robert Blake als Polizeichef als auch Chris Cooper als Pyromane machen etwas her und sind durchaus creepy - werden aber beide nie richtig ausformuliert und genutzt, spielen nur die dritte Geige hinter U-Bahnen und der Buddy-Dynamik. Dazu dann eine kaum Sinn machende Geschichte nahezu ohne Spannungsbogen, komplett auf Stunts und das Starduo ausgelegt. Fertig ist ein zufriedenstellender, dann aber doch irgendwie hinter seinen heftigen Möglichkeiten bleibender Zeitvertreib. Macht sein Ding. Bleibt aber nicht lang im Ring. Die finale Zugfahrt ist aber schon lang und geil… 

Fazit: die Chemie von Wesley und Woody, okaye Kinetik, ein ausführliches, spektakuläres Finale und eine noch sehr junge, natürliche, sexy La Lopez helfen „Money Train“ zu unterhalten. Nicht mehr, nicht weniger. Trotz völlig unterentwickelter und hanebüchener „Story“. 

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