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Frischer Wind für die Augen, aber letztendlich zielloser Durchzug fürs Gehirn, das ist Gregg Arakis „Nowhere“, der das Leben von mehr als einem Dutzend „moderner“ High School oder College Kids in L.A. schildert.
In grell-bizarren, abstrus-comichaften Sets lotet er die Abgründe hinter den Gesichtern zwar nicht aus, macht sie aber immerhin sichtbar.
Hier wird alles durcheinander geworfen, was teenage angst so ausmachen kann: Depressionen, Medikamenten- und Drogenmißbrauch, Starkult, Alkohol, Sex, Langeweile, SM, Selbstmordabsichten, Unsicherheiten bezüglich Religion, schleichende Homosexualität und was auch immer sonst noch ein abseitigem einfällt.

Im Zentrum, wenn der Film so etwas besitzen sollte, steht Dark Smith, ein ständig rauchender Student, der sich und seine Umwelt ständig mit der Videokamera filmt und nicht verknusen kann, daß seine langjährige und auch Sex nicht abgeneigte farbige Freundin bisexuell ist, eine eklige lesbische Bitch als Freundin hat und sich nicht für ihn entscheidet, während er schon zu den Vortiteln unter der Dusche zu homoerotischen Inserts masturbiert.

Das alles ist niemals ganz ernst, sondern stets den nötigen Tick überzogen, knapp davor, vom Bizarren ins Lächerliche zu fallen. Die bulimische Egg etwa freundet sich mit einem „Teen Idol“ aus dem Fernsehen an, tauscht mit ihm wahre Gefühle aus, um dann von ihm brutal vergewaltigt zu werden. Daraufhin kriecht sie nach Hause und zieht sich in heilloser Panik einen total verqueren Fernsehprediger rein, der sie dermaßen vollsalbadert, daß sie sich schließlich das Gesicht wegschießt.

Aus diesem Gewimmel jedoch philosophische Schlüsse über den Zustand unserer Gesellschaft zu schließen, wird durch die kranke Montage des Films erschwert, noch dazu wenn zwischendurch immer ein Echsenalien, das nur Dark sehen kann, andere Leute desintegriert oder sich der schwule Montgomery in der Schlußsequenz ganz kafkaesk plötzlich in einen monströsen Käfer verwandelt.

Interessant ist dieses Sammelsurium aus christlichen und sexuellen Motiven und Motivationen sicherlich, nur eben wenig aufschlußreich. Allerdings erfreut einen dann die schier endlose Parade von Hollywoods Jungstars, die hier in wenigen Szenen durchs Bild schlendern. Allein die kurze Diskussionsnummer von Shannon Doherty, Rose McGowan und Traci Lords ist ein Genuß – und Mena Suvari war schon von „American Beauty“ extrem „Hot“!

Wem Donnie Darko zu philosophisch war, dem wird das hier zu verkopft sein, aber es muß auch Platz für solche Abstrusitäten geben. Ohne Drogen ist die Ansicht aber als Geduldsprobe anzusehen. Schön skuril. (5/10)

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