Die schauspielerischen Fähigkeiten von Gangsta-Rapper Snoop Dogg (Training Day) seien mal dahingestellt, doch er ist nicht der erste Rapper der denkt, dass er auch auf der Leinwand eine ganz große Nummer wäre. Bisher haben sich lediglich Will Smith, LL Cool J und Ice Cube auch im Filmgeschäft etablieren können, während der Großteil ihrer rappenden Kollegen meistens unterirdisch agierende Clowns der Sorte Redman oder Ja Rule sind. Nichtsdestotrotz ließ es sich Snoop Dogg nicht nehmen eine "The Crow"-Version für die Rappergemeinde abzuliefern.
In den 70er Jahren wird die Unterweltgröße Jimmy Bones (Snoop Dogg) kaltblütig ermordet. In der Gegenwart ist Bones' einstiges Domizil nur noch eine Bruchbude in einem Slumviertel von Chicago. Eine Gruppe von Jugendlichen sieht in besagter Bruchbude den idealen Ort für eine Disco, wo ordentlich der Bär steppen soll. Es dauert nicht lange, bis die Disco eröffnet und das Jungvolk nach Lust und Laune abfeiert. Der Geist von Jimmy Bones sieht sich offenbar in seiner ewigen Ruhe gestört, lässt von seinem Köter die ersten Jugendlichen niedermetzeln, damit Bones wieder feste Gestalt annehmen kann. Frisch auferstanden haut Bones erstmal richtig auf die Kacke, um dann seinen Rachefeldzug gegen seine Mörder zu starten, worunter sich auch der Vater des jungen Discogründers befindet. Ihn und seine Freunde können jetzt nur noch Bones' ehemalige Geliebte Pearl (Pam Grier) und ihre Tochter Cynthia (Bianca Lawson) vor dem Ghettosensenmann retten...
Auch wenn Snoop Dogg lieber bei seiner Musik bleiben sollte, macht er hier seine Sache nicht schlecht und weiß sowohl in den Rückblenden als auch in Zombiegestalt zu überzeugen. Pam Grier (Ghosts of Mars) geht auch in Ordnung, während sich die Jungdarsteller wie Bianca Lawson (Buffy - The Vampire Slayer) und Katharine Isabelle (Freddy vs. Jason) passabel schlagen.
Neu ist die Geschichte vom durch ein Tier wiedererweckten Rächer keineswegs. Was "The Crow" für die Gothic-Anhänger ist, wird "Bones" demnach wohl das fürs rappende Volk sein. In Sachen Inszenierung und Atmosphäre wird der Knochen klar von der Krähe abgehängt, doch Regisseur Ernest R. Dickerson (Futursport) schafft es einen stimmigen Horrorspaß mit recht blutigen Effekten und brauchbarer Location in Szene zu setzen. Immerhin deutlich besser als seine Gangsta-Beweihräucherungsstreifen der Marke "Never Die Alone". "Bones" kriegt es zudem tatsächlich hin annähernd ein perfektes Gleichgewicht zwischen Metzelsequenzen und Humor zu erzeugen, was ja bekanntlich nicht bei jedem Horrorfilm gelingen will. Denn Rest erledigt Hauptdarsteller Snoop Dogg, der ordentlich seine Show abziehen darf, wenn auch dabei einige Gangstaklischees nicht ausgelassen werden.
Insgesamt stellt sich "Bones" als eine zufriedenstellende sowie spaßige Horrorunterhaltung heraus, auch wenn man dies Anfangs nicht erwartet hätte. Repect Snoop, my Negga... bleib trotzdem bei deiner Mucke!