Review

Ist schon erstaunlich, wie viele Rapper in den letzten Jahren in amerikanischen Filmen mitgewirkt haben. Zwar kenne ich diese Typen alle nicht, aber es muss schon ein Rapper sein, denn nur wenige heißen mit bürgerlichem Namen Ice-T, 50 Cent oder Snoop Dogg.

Hat es also dieser Doggy geschafft, eine kleine Hauptrolle zu ergattern. Hier darf er einerseits als cooler Gangster umherstolzieren und andererseits als noch coolerer Geist ein paar Leuten das Licht ausblasen.

Er schlüpft in die Rolle des Jimmy Bones, der in den 70ern ein Slumviertel in Chicago regiert und ein angesehener Mann ist. Irgendwann wird er in seinem eigenen Haus von krummen Geschäftspartnern niedergestreckt, - tot dadurch.
Ein paar Jahre später in der Jetztzeit wollen Teens aus seiner stillgelegten Behausung, die nur noch eine Ruine ist, einen Club machen. Dabei erwecken sie den Geist Bones, der erstmal ein wenig Unruhe stiftet, um sich dann an seinen Mördern zu rächen. Statt einer Krähe hat er einen Hund…

Die Geschichte, einschließlich einiger Szenarien, ist schön zusammengeklaut, aber wirkungsvoll und farbenprächtig in Szene gesetzt worden.
Für die Gangster-Flashbacks der 70er setzte Regisseur Dickerson auf goldgelbe Farbfilter und bringt in einigen eingestreuten Passagen etwas Licht in die Geschichte von Jimmy Bones. Wie man ihn übers Ohr haute, wie der Mord geschah, wer dafür verantwortlich war und wie die Leiche schließlich im Keller des Hauses landete.

Die Gegenwart ist hingegen in kalte Blau-Grau-Filter gefasst, allerdings auch nur in einigen Szenen wirklich auffällig.
Da tauchen dann ein paar halbwegs farbige Checker in Bones ursprünglicher Gothic-Villa auf und wundern sich noch nicht einmal über einen Hund mit rotleuchtenden Klüsen, nein, der wird gleich mit nach Hause genommen.
Man sieht ein paar übergroße, bedrohliche Schatten an der Wand, während einer mit geschlossenen Augen Musik genießt, kommen ein paar graue Tote aus der Wand gekleistert, aber Blut fließt noch lange nicht.
Denn wir haben noch Bones Geliebte (Pam Grier) von damals, die jetzt voll auf dem Esoterik-Trip ist, ihre bildhübsche Tochter (die natürlich auch Bones Tochter ist, ohne es zu wissen) und ein paar Ghettosprüche der Gangsta-Niggas, die aber keinem wehtun und auch nicht allzu viele Klischees bedienen.

Spätestens wenn der Club tatsächlich eingeweiht wird und das Haus voller Tanzgäste ist, geht es endlich etwas peppiger zu. Da fliegen Massen von Maden von der Decke, ein Fraggle wird von einer Verführerischen in eine dunkle Ecke gelockt, wo sich dann herausstellt, dass es der Hund mit den roten Klüsen ist und der Hackfleisch macht und Bones kehrt zurück, um kurz darauf die Peiniger von damals aufzusuchen. Es folgt „The Crow goes Hip-Hop“.

Das driftet zwar ein wenig ins Komödiantische ab, wenn zwei abgetrennte Köpfe noch munter weiter sabbeln, doch endlich findet Gewalt statt.
Das Blut fließt in dickflüssiger, hellroter Farbe, aber doch reichlich und auch dann, wenn Bones nur einen Billardtisch anritzt, - offenbar gab es für die viele Farbe keine Umtauschmöglichkeit im Baumarkt.
Die Morde, vor allem der mit den Spiegelscherben, machen Laune, Snoop bringt brauchbare und noch nicht einmal platte Sprüche und die Opfer, sprich Darsteller sind durch die Bank brauchbar.

Zudem fallen die Computereffekte positiv auf, die zwar geschickt geschnitten, aber auch sauber ausgearbeitet wurden. Dazu ein paar Fast Forwards und schnelle Kamerafahrten und schon ist die Chose handwerklich stabil und bringt dem Betrachter ein paar nette Bilder nach Hause.

So stellt „Bones“, schon rein storytechnisch, keine Perle der Filmwelt dar, doch die Elemente, bestehend aus Haunted House, Teenie-Slasher und „The Crow“- Abklatsch sind aufgrund ansprechender Flashbacks und stielsicherer Inszenierung insgesamt recht ansprechend.
Und man kann ja schon froh sein, dass ein Film mit einem Rapper als Horrorgestalt nicht zur reinen Selbstdarstellung mit musikalischer Hip-Hop-Untermalung mutiert ist.
Denn so ist der Mischmasch zumindest unterhaltsam ausgefallen.
6,5 von 10

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