Review

Es ist schon eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise, die Stimme des Rache-Engels auszuklammern und dafür einen Erzähler einzusetzen, der ein paar Hintergrundinformationen liefert, den Ablauf aber fast schon einschläfernd gestaltet.
Glücklicherweise kaschieren die zackig inszenierten Kämpfe die vorherrschende Eindimensionalität zwischendurch ein wenig, da insbesondere das Herz der Geschichte zu wenig hergibt.

Denn es geht dem Titel entsprechend darum, dass Ryan Rache an all denjenigen verübt, die sein Leben verpfuscht haben. Einst war er Profikiller, setzte sich zur Ruhe, führte eine Beziehung mit der indischen Schönheit Amy, bis die Schergen des Killerbosses Hart diese vor seinen Augen töteten und ihn selbst lebensgefährlich verletzten.
Halbwegs kuriert und unter Schmerzmitteln klappert er reihum die Todesliste ab…

Zunächst fällt die nicht chronologische Erzählung negativ auf und stiftet Verwirrung.
Erst bleiben noch zwei von der Todesliste übrig, dann Sprung zu einem Zeitpunkt mit vier Toten, Sprung zur Hinrichtung seiner Frau, noch einer zurück zu glücklichen Zeiten und abermals eine Szene inmitten der Racheaktion, - das nimmt einige Details vorweg und wirkt ein wenig dahingerotzt, ohne einen roten Faden mit logischen Vorgehen aufzuweisen.
Erst nachdem der schweigsame Ryan sein zweites Opfer erledigt hat, bleibt man der Chronologie weitgehend treu, wobei auch gleich etwas mehr Spannung im Spiel ist.

Das Rachemotiv ist simpel aber effektiv und zu verlieren hat der instinktiv handelnde Kämpfer ohnehin nichts mehr. Folgerichtig lauert er den Fieslingen meistens dort auf, wo sie sich für gewöhnlich häufiger aufhalten oder lockt sie in eine Falle.
Entsprechend klappert Ryan einige Stationen ab, besucht ein Autorennen, einen Cage Fight, einen Verräter, einen korrupten Cop und prügelt sich vorzugsweise in entlegenen Fabrikhallen oder abgelegenen Industriegegenden.

Die Morde an sich werden leider oftmals komplett ausgeblendet, es fließt nur selten Blut und auch angedeutete Folter geht nicht über das Stadium von Schlägen hinaus.
Etwas besser und weitaus effektvoller steht es mit den Kämpfen, die größtenteils recht sauber geschnitten und gefilmt sind und eine entsprechende Dynamik zutage fördern. Die Moves und die Locations fallen zwar nicht aus dem Rahmen, wirken im Gesamtbild aber wie aus einem Guss, zumal hier einige Gelenke verdreht und zumindest angebrochen werden.

Die Story bleibt hingegen eindimensional und geht ohne Überraschungen über die Bühne.
Belauern, Verfolgen, Auflauern, Kampf und dann ein weiteres Foto an einer Wand, das per CGI wie mit schwarzem Dunst getrübt wird.
Genauso oberflächlich steht es um den Rächer, denn wer erst nach 75 Minuten den einzigen Satz ausspricht und ansonsten schweigt, wo andere zumindest eine Reaktion offenbaren würden, kann kein Blumentopf gewonnen werden.
Immerhin verkörpert Brendan Carr den einstigen Killer Ryan recht überzeugend und auch die übrigen Mimen weisen passable Leistungen vor.

Das sichtlich geringe Budget fällt dabei allenfalls anhand der etwas kontrastarmen Bilder und der etwas schwachen Ausstattung infolge einsam gelegener Schauplätze auf und auch die Zahl der Spezialeffekte bleibt überschaubar. Erst gegen Ende buttert man mit Handgranaten, einem brennenden Typen und einer Explosion etwas mehr rein.

Insofern ist dieser britische Rache-Thriller hauptsächlich für jenes Publikum gedacht, welches sich am ehesten über zackige Fights und einem gnadenlosen, wenn in Bild und Ton auch nicht allzu brutal vorgehenden Rächer erfreuen kann.
Darüber hinaus mangelt es der Geschichte an Feinheiten und Tiefe und einem wirklich fiesen Bösewicht. Die Ausgangsposition langt aber zum soliden Mitfiebern und im Gesamtbild wird für brauchbare Unterhaltung gesorgt.
5,5 von 10

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