Review

Das gute alte Kornfeld sorgt seit Jahrzehnten für manchmal recht atmosphärische Beiträge im Bereich Horror und Science Fiction. Angefangen bei „Kinder des Zorns“, über „Night of the Scarecrow“, konnte auch Shyamalans „Signs“ unter anderem mit seiner Kulisse punkten.
Wer seine Geschichte jedoch im Bereich - Redneckdorf glaubt an alte Riten und will dem Geist eines dämonischen Priesters Jungfrauenblut opfern – ansiedelt, muss sich schon einige Twists ausdenken, um das Zielpublikum dauerhaft bei Laune zu halten.

Das gelingt üblicherweise mit einem stimmungsvollen Einstieg und einem Ausschnitt aus der Vergangenheit: Im Örtchen Hope wird anno 1896 just mal wieder jemand ans Kreuz genagelt und auf dem Feld platziert, weil man denkt, die Krähen wären eine Ausgeburt der Hölle, die den Einwohnern die Saat wegnehmen.
In der Jetztzeit strandet Liz (Jaimie Alexander) aufgrund einer defekten Ölpumpe in Hope und trifft im Diner die Reporterin Sara, die ihr ein wenig vom historischen Hintergrund des Kaffs berichtet. Doch Liz ahnt noch nicht, dass der Priester in Form einer Vogelscheuche bereits zu neuem Leben erweckt wurde und nun auf der Suche nach einer geeigneten Braut ist…

Das Sujet wird vielen vertraut vorkommen und erinnert in gewisser Hinsicht auch an Filme wie „Jeepers Creepers“ oder diese ganzen Redneck-Streifen, in denen junge Leute auf der Flucht vor den Einheimischen sind.
Nur, dass es in diesem Fall lediglich eine ist, die sich durch die komplette Dorfgemeinde kämpfen muss. Leider ist Jaimie Alexander eine reichlich hölzerne Darstellerin und es gelingt ihr in nur sehr wenigen Momenten, überhaupt so etwas wie Sympathie für ihre Figur entwickeln zu können, da diese nicht sonderlich charakterisiert wird.

Demgegenüber ist das Erzähltempo mit Erscheinen der Vogelscheuche konstant hoch.
Hier eine Flucht ins Kornfeld, dort ein Befreiungsversuch, dann muss mal jemand mit dem Kissen ruhig gestellt werden und für die Gorefans gibt es immerhin ein paar Nägel in Hände und ein paar zugesudelte Leichen (meistens am Kreuz).
Ab und an kommt sogar eine bedrückende Atmosphäre auf, wann immer unsere Hauptfigur in arge Bedrängnis gerät und das Kornfeld und/oder zahlreiche Krähen in der Nähe sind.
Leider werden die Rabentiere gegen Ende per CGI eingebunden, was im Zusammenhang mit hektischer Kamera und unbeholfenen Schnitten ziemlich nach hinten losgeht, doch Tierhorror ist in diesem Fall auch nicht das spezielle Genre.

Eher ein Slasher, der im Kern nur ein Opfer vorsieht, in Zwischenstationen jedoch einige mehr mitnimmt, deren Kaltstellung zwar nie festgehalten wird, als Ergebnis aber oft creepy aussieht.
Ein kleines Lob geht anbei noch an den Score, der sich müht, auf orchestraler Basis für viel Abwechslung zu sorgen und es deutlich schafft, das Tempo gefühlt höher erscheinen zu lassen.

Somit bietet „Evil Ground“ einen netten Happen, der storytechnisch leider kaum Überraschungen parat hält, jedoch einige spannende Szenen aufzuweisen hat, die für die größtenteils fast latente Vorhersehbarkeit entschädigen können.
Abgesehen von der Hauptdarstellerin gut besetzt, meistens effektiv um einen unterhaltsamen Schlagabtausch bemüht und in der Quintessenz durchaus sehenswert, - auch wenn einem Streifen dieser Art bereits dutzendfach um die Ohren geflogen sind.
Knapp
6 von 10

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