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Man nennt es Samhain, Third Harvest oder auch Totenfest, wonach es am 11. Jahresneumond eine fließende Grenze zwischen unserer Welt und der des Totenreichs gibt. Auch im chinesischen Volksglauben gibt es Parallelen und ähnliche Rituale, die hier als Fundament für einen weiteren Asia-Grusler dienen. Daraus ergibt sich rein thematisch zwar überhaupt nichts Innovatives, doch die Umsetzung kann sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen.

Im Zentrum des Spuks steht eine dreiköpfige Familie, - weiße Mutter, asiatischer Vater, asiatisch aussehender Sohn, - die für eine Beerdigung von Shanghai nach Vancouver reist.
Doch kurz nach der Ankunft nehmen Mutter Sarah und Sohn Sammy gespensterhafte Gestalten war, bis Sammy eines Nachts zusammenbricht und ins Koma fällt. Nun ist es an Sarah, den Willen der dämonischen Erscheinungen zu erfüllen, damit ihr Sohn wieder in ihre Welt zurückkehren kann.

Geister die von Seelen Besitz ergreifen und nur besänftigt werden können, wenn man ihren Frieden wieder herstellt, - das ist nur allzu bekannt und auch hier kann man der Story, außer einer leichten Sozialkritik, nicht viel Neues hinzufügen.
Doch immerhin zeugt die Inszenierung von einem sicheren Händchen für Timing, gute Ausstattung und glaubhafte Darsteller.

Allein den Jungen hat man von Beginn an gern, der knuffelt sich mit nur wenigen, aber treffenden Gesichtsausdrücken von eine unheimliche Situation in die nächste, bis er leider zusammenbricht und die restliche Zeit schlafend im Krankenbett verbringt.
Bis dahin nimmt er einen entstellten Mann am Straßenrand wahr, eine junge Frau mit tiefer Schnittwunde über der Gesichtshälfte bemerken gar Mutter und Sohn und wenn sich das Essen auf dem Teller nicht gerade in windende Würmer verwandelt, kommt es alle Nase lang zu übersinnlichen Erscheinungen, die nur von bestimmten Personen wahrgenommen werden können.

Auch mit Mom Sarah, Jaime King überzeugt in der Rolle als engagierte und emotional agierende Mutter, kann der Betrachter recht gut mitfiebern. So erhält sie Hilfe von einem alten Apotheker, der seine Träume illustriert hat und Ansätze bietet, wie sich die rastlosen Seelen beschwichtigen lassen. Es gilt ein düsteres Geheimnis der Vergangenheit einer Näherei-Fabrik zu entschlüsseln und unterdessen immer wieder zwischen Realität und Illusion zu unterscheiden, denn die Dämonen können jede beliebige Gestalt annehmen und Sarah somit in die Irre führen.

Nach dem Intro, in dem eine fliegende CGI-Dämonenfratze zum Einsatz kommt, wähnt man sich bereits in einem billigen Budenzauber unterer Qualitätsebene, doch der erste Eindruck täuscht.
Die Settings, wie ein leerstehender Fabrikraum erzeugen eine stimmungsvolle Atmosphäre, Score und Sounduntermalung arbeiten auf den Punkt genau und die gut platzierten Schockeffekte werden, wenn in ihrer Erscheinung auch nicht sonderlich überraschend, doch angenehm spooky ins Geschehen integriert.

Vom blutenden Teddy, einer Gestalt unter einem Bärenfell, gefärbten Armen und dem Besuch im Totenreich für den Showdown ist das Pacing, bis auf einen leicht schleppenden Einstieg recht gut gelungen. Gegen Ende erhöht sich die Anzahl der Tricks noch einmal merklich, spätestens, als eine Mauer Gebeine freigibt und jemand Knochen erbricht.
Insgesamt leidet die Spannung nur unter dem einfallslosen Schema, welches die Auflösung bereits meilenweit ankündigt und in Sachen Twist kaum Überraschungen zulässt.

Dennoch, und das konnte ich vielen ähnlich gelagerten Streifen der letzten Zeit kaum konstatieren, kommt endlich mal wieder ein passabler Beitrag daher, der gelungene Schockmomente bietet, glaubhaft agierende Charaktere liefert und in nur 84 Minuten Laufzeit alles Wesentliches flüssig auf den Punkt bringt.
Schade nur, dass innerhalb der Geschichte Ecken und Kanten fehlen,
6,5 von 10

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