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Megiddo sieht sich selbst als Epos: Die ersten 40 Minuten durchkämen 40 Jahre und machen aus der Fortsetzung von „The Omega Code“ sowohl Sequel wie auch Prequel. Unglaublich, wenn man das so liest und noch unglaublicher, wenn man liest, dass der verantwortliche Regisseur Brian Trenchard-Smith uns so großartige Filme –Achtung: Ironie!- wie Leprechaun 3 und Leprechaun 4 beschert hat. Aber siehe da! Es gibt einen zweiten Regisseur namens Paul J. Lombardi, der sich neben der Regie dieses einen Filmes ausschließlich für die Special Effects bekannter Hollywood-Filme verantwortlich zeichnet.
Optimistische Personen behaupten nun sicherlich: kann ja nicht viel schief gehen. Doch dann haben diese noch nicht den Inhalt gelesen:
Eine Familie – zwei Brüder. Bereits kurz nach der Geburt des zweiten Sohnes und dem gleichzeitigen Tod der Mutter versucht der ältere seinen kleinen Bruder anzuzünden. Der ältere mit dem Namen Stone wird als Folge auf eine Militär-Akademie gesteckt. Jahre vergehen – Stone wird immer schlimmer, wird plötzlich von Michael York gespielt und bringt irgendwann seinen Vater um, um dessen TV Monopol zu nutzen und sich zu dem Diktator der Welt zu machen. Sein kleiner –guter- von Michael Biehn gespielter Bruder dagegen bringt es „nur“ zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Soweit so konstruiert, aber es kommt noch besser: Michael York, der den bösen Stone spielt, will nicht nur die Weltherrschaft, sondern auch noch die Hölle hinaufbeschwören. Das können weder sein Bruder, noch gottesfürchtige Spanier und Chinesen zulassen und so kommt es in der Ebene von Megiddo in Israel zu einer riesigen Schlacht. Was schließlich folgt ist an Doofheit nicht mehr zu überbieten und rechtfertigt unbedingt das Anschauen dieses Machwerks!
(Wer sich diesen Film tatsächlich ohne das Ende zu kennen anschauen möchte, möge JETZT UNBEDINGT aufhören zu lesen!)
Während tausende Panzer, Hubschrauber und noch viel mehr Soldaten alles in Schutt und Asche legen und sich gegenseitig beschießen, gibt sich Michael Yorks Charakter als Luzifer zu erkennen. Der Himmel verfinstert sich und als es scheinbar keinen Ausweg mehr zu geben scheint, greift Gott ein! Licht und Donner – wohin man schaut - Luzifer wird von einem Blitz in die Erde geschleudert und dort tief im Inneren der Hölle in einem Lava-See fest gekettet.
Während sich jetzt bereits jeder – nicht zuletzt aufgrund der wirklich beschissenen und lächerlichen Animation Luzifers – an den Kopf fasst, setzt der Film noch einen drauf und endet mit einer Einstellung vom Paradies und einem Bibel-Zitat!
Warum also einen solch beschissenen Film anschauen? Schließlich können selbst die frühen Missionare nicht penetranter mit ihren Bekehrungsversuchen gewesen sein.
Der Film ist enorm unterhaltsam, wenn auch meist unbeabsichtigt. Man denke nur an Udo Kier, der sich scheinbar für nichts zu schade ist und darum auch massig Lacher erntet. Viel besser kommen aber auch die Hauptdarsteller nicht weg: Michael York over-acted, dass es nur so eine Freude ist. Michael Biehn tut dagegen eher das was er immer macht: wie ein ausrangierter B-Movie-Star auszusehen. Damit hinterläßt er aber auch keinen wirklich besseren Eindruck.
Bleibt noch abschließend zu erwähnen, dass „The Omega Code“ und die hier verissene Fortsetzung es doch tatsächlich in die US Kino Top Ten geschafft haben – unglaublich, aber wahr!

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