Review

Curvy Cronenzwerg


Ein absoluter Ausreißer in David Cronenbergs Filmographie, erzählt „Fast Company“ weder von körperlichen noch seelischen Qualen, es gibt keine Tollwut oder Mutationen, keine Halluzinationen oder Gesellschaftskritik, keinen Ekel oder Schock, keine Brundlefliege und das Fleisch muss auch nicht lang leben - hier folgen wir ganz einfach einem Drag-Racing-Team unter Spannung und Streit, zwischen Adrenalinkick und Ausverkauf, zwischen Groupies und wahrer Liebe... für das Benzin, für die Straße, für die Bestzeit!

Eine Mischung aus „Fast & Furious“ und „Two-Lane-Blacktop“, nur weder so cool noch so kultig. Cronenberg-Hardcore-Fans gucken allein aus Neugier mal rein, überzeugen sich vom Inhalt und der „Normalität“ dieser Auftragsarbeit (?), doch ziehen dann wohl meist ernüchtert weiter. Es sei denn, man ist wirklich racing-verrückt und hat Gummi auf der Seele und Öl im Getriebe, zudem einen Faible für 70er-Ami-Auto-Kleinode. Mich ließ das kalt. John Saxon wie so oft, toughe Typen und hunderte PS, scharfe Miezen und gierige Investoren. Erstaunlich wenig wirklich erinnerungswürdige Rennduelle. Selbst der Soundtrack brannte sich nicht ein. Da hat man meiner Meinung nach, gerade aus dieser Zeit und diesem Metier, etliche bessere Alternativen und filmische Rennboliden. „Fast Company“ ist eher die Ente unter den Feuersätteln. Und man muss schon sehr tief bohren, um sich zumindest ein paar Verbindungen und Motive zu Cronenbergs sonstigem Werk einzubilden... 

Fazit: für Cronenbergler eine Anomalität und (im besten Fall zumindest interessante) Enttäuschung. Immerhin für begeisterte PSler ein kleiner, fixer Adrenalinkick und Durchstarter. Killer-Kuriosum? Für mich eher Fehlzündung und Seitenhieb. Nicht schlecht, aber auch nicht wichtig oder fein. 

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