Armand Mastroianni (Final Speed, Skyjacker) inszenierte "Sharpshooter" direkt fürs amerikanische Fernsehen. Den Film würde keiner beachten, wenn dort keine bekannten Namen wie James Remar (Nur 48 Stunden, The Base II), Mario Van Peebles (Full Eclipse, Hard Luck) und Bruce Boxleitner (Snakehead Terror, Babylon 5) auftauchen würden.
Der Scharfschütze Dillon (James Remar) hat lange genug für die Regierung gearbeitet, er will aussteigen. Sein Vorgesetzter und Kumpel Flick (Mario Van Peebles) überredet ihn zu einem letzten Job. Flick will als Undercoveragent ein Geschäft mit dem Waffenhändler Phillips (Al Sapienza) in Gang setzen, bei der Übergabe soll Dillon dann zuschlagen. Doch leichter gesagt als getan, denn Phillips Haus gleicht einer Festung. Ausserdem wird Dillon schon von Sheriff Garner (Bruce Boxleitner) mit Argusaugen beobachtet und verknallt sich in die Journalistin Amy (Catherine Mary Stewart). Gerade jetzt wird die Übergabe vorverlegt und Dillon erlebt eine böse Überraschung.
Das kennen wir doch schon zu Hauf, dass ein altes Eisen bei der Regierung aussteigen will und doch noch mal zu einem letzten Job überredet wird. Der entpuppt sich dann als Himmelfahrtskommando und so ergeht es auch Dillon. Zu Beginn darf er eine Geisel freischießen, was zu ein paar Toten und einer schicken Explosion führt, der Auftakt ist schon mal gelungen, Kurz darauf geht es mit einer kurzen Verfolgungsjagd weiter, wo Dillon von zwei unbekannten Häschern auf Motorrädern attackiert wird. Leider sackt "Sharpshooter" dann in sich zusammen und die vielen inneren Monologe nerven nach geraumer Zeit, vor allem weil sie sich ständig wiederholen. So lässt sich Dillon von seinem einzigen Freund Flick doch nochmal rumkriegen, aber auch nur, weil Flick selbst bei der Chose mitmischt.
Flick tritt selbst als Händler auf und will Phillips eine Bombe für 25 Millionen Dollar andrehen. Derweil kundschaftet Dillon das Gelände aus, welches scharf bewacht wird. Phillips Haus befindet sich abseits einer Kleinstadt. Dort fällt Dillon natürlich sofort auf, Sheriff Garner zieht umgehend Erkundigungen ein. Dann ist dort noch die Journalistin Amy, welche ein Augen auf Dillon geworfen hat und ihn auch durchs Bett scheuchen darf. So dümpelt "Sharpshooter" ziemlich lange vor sich, bis endlich der Deal ansteht. Und in der letzten halben Stunde, wird man für das lange Warten belohnt. Nicht nur der Action wegen, sondern auch die Story schlägt ein paar Haken.
Dillon gerät in einen Hinterhalt und muss sich den Weg freischießen, ein paar kleine Kloppereien inklusive. Die Action artet zwar nie aus, ist aber für einen Fernsehfilm ordentlich und recht hart. So besteht die letzte halbe Stunde aus Non-Stop Action, Dillon muss sich sogar mit selbst gebastelten Fallen seiner Haut erwehren.
Mit James Remar ist die Rolle des Scharfschützen Dillon gut besetzt. Auch wenn er schon 53 Lenze auf dem Buckel hat, ist seine Verkörperung trotzdem glaubwürdig, aber seinem Charakter fehlt es an Tiefe, das Drehbuch lässt den Figuren keine Chance sich ein wenig zu entfalten. Mario Van Peebles geht ebenfalls in Ordnung, genau das Selbe gilt für Bruce Boxleitner und Catherine Mary Stewart (Psychic, Androiden - Sie sind unter uns). Al Sapienza (Saw V, Final Call) agiert herrlich fies, der ersäuft sogar seine Verwandtschaft im Gartenpool.
Für einen Fernsehfilm kann sich "Sharpshooter" sehen lassen, nicht nur wegen der guten Besetzung. Er beginnt vielversprechend, sackt aber dann in ein tiefes Loch. Die Vorbereitungszeit auf den großen Deal ist viel zu lange und actionarm geraten, doch im Finale lässt es Mastroianni richtig krachen. Auch die klischeeträchtige Story hält noch ein paar Wendungen parat. Schade, der endlos zähe Mittelteil sorgt nur für ein durchschnittliches Filmvergnügen.