Deep Impact
Unwissendlich entdeckt der Schüler Leo (Elijah Wood) einen auf die Erde zurasenden Kometen. Die Nachricht als Fakt überbringt Monate später der Präsident (Morgan Freeman) der USA. Weiterhin erfährt die Bevölkerung von einer Mission zu dem Kometen, man will seine Flugbahn künstlich verändern. Als dies nicht glückt, muss die Menschheit erneut einer Auslöschung ihrer Rasse ins Auge blicken. Man spielt Lotto und die Gewinner dürfen in einem unterirdischen Höhlensystem weiterleben.
Ziemlich banale Geschichte deren Schwächen nicht einmal die verpflichteten Stars wettmachen konnten. Für ein Katastrophenszenario wird zuviel geredet und Emotion eingebracht und als nen Sci-Fi-Actionkracher wird nicht genug Zerstörung geboten.
Klingt wie ein Vorurteil, aber als Frau und Regisseurin hat Mimi Leder zu viel Wert auf Charaktertiefe gelegt, doch haben die Drehbuchautoren gar nicht genug Stoff dafür vorgesehen um das so umzusetzen und zu rechtfertigen. Viel zu viel Emotion, bei der gleich ne 10er Packung Tempotaschentücher mitgeliefert wurde, wirkt dann letztendlich zu aufgesetzt und deplatziert. Die Menschen werden mit einer ausweglosen Situation konfrontiert und reagieren dementsprechend schockiert, wütend aber auch heroisch. Dabei läuft der Film eindeutig Gefahr in Hollywood-Kitsch abzudriften und fährt diesen Karren somit voll vor die Wand.
Die Ansätze sind da und einige Ideen wären in solch einer Situation sicher nicht uninteressant, doch hat man das schon in so vielen anderen Filmen gesehen und ist diesbezüglich satt. Einen Plus-, aber auch einen Minuspunkt verdient die Ernsthaftigkeit mit der die Geschichte vorangetrieben wurde. Im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt „Armageddon“ werden hier weder Sprüche geklopft, noch gibt es diese Gagauflockerung. Natürlich fällt dadurch die Identifikation mit den Figuren leichter. Gleichzeitig ist diese trockene Präsentation aber auch ein Klotz am Bein und macht den Film in manchen Momenten nur lächerlich (z.B. das Leo seine gleichaltrige Freundin heiratet um so dieses Lotteriesystem auszutricksen, denn so könnten Freundin und Familie ebenfalls gerettet werden). Auch ist die Flucht, vor der heranrollenden Tsunamiwelle, auf dem Bike eher zu belächeln. Das hatte der Publikumserfolg „Armageddon“ eindeutig besser im Griff, und die Mischung aus Witz und Katastrophe wurde mit einem Augenzwinkern, auf jeden Fall mal unterhaltsamer, vereint.
Die Katastrophe an sich ist sicher nicht schlecht visualisiert und darf detailliert begutachtet werden. Es kracht gewaltig und hat seine guten Momente. Allerdings sieht man dabei auch das Alter des Filmes, weshalb Heutzutage die Spezialeffekte nicht mehr vollends überzeugen können.
Das die Menschheit weiterleben darf ist toll und wird mit einem Hollywood-Happy End unterstrichen. Der Präsident hält eine seiner langweiligen Abschlussreden und fertig.
Fähige Darsteller tragen eine überdramatisierte Story und scheitern lediglich am Klischeeoverkill, der selbstverständlich eine Begleiterscheinung sein muss.
Fazit: Während Armageddon als perfekter Mainstream für ein breite Masse hervorragend funktionierte, muss „Deep Impact“ dabei eindeutig Federn lassen. Viel mehr ist dies ein Film den eher die weiblichen Fans zu schätzen wissen, aber das passt schon.
5/10