Review

Saw IV (2007)

John Kramer ist nicht mehr und dennoch terrorisiert er seine Mitmenschen mit seinen verqueren Moralvorstellungen. Wie auch Darren Lynn Bousman mich mit seinem dritten „Saw“ in Folge, der sich nicht anschickt, der Reihe eine neue Richtung zu verpassen. Das beginnt schon bei der audiovisuellen Präsentation, denn wieder wird man mit schnellen Schnitten, wackeligem Bild, Blitzen, Spielereien an der Bildfrequenz und allerlei Toneffekten bombardiert. Dabei dient dieser ganze Schnickschnack letztlich nur dazu, das mangelnde Talent Bousmans zu kaschieren. Denn weder kann der vierte Teil etwas interessantes erzählen, noch sowas wie eine Spannungskurve etablieren oder ansatzweise nahbare Figuren zeichnen. Mit Getöse und Geplärre übertüncht der Streifen sein Nichts an Substanz. „Saw IV“ ist in seiner Erzählung unnötig konfus und erzählt Dinge, die man nicht wissen muss. Dazu wird man erneut mit Jigsaws pseudo-cleverem Geschwafel überzogen. Der Typ hört sich einfach gerne reden. 

Am Ende gibt es die obligatorischen Twists mitsamt Erklärungen und Verknüpfungen, die von Mal zu Mal lächerlicher konstruiert wirken. Dem Abspann entgegenfiebernd schlabbert das Konstrukt an mir vorbei. Weder beeindruckt Jigsaws selbstgerechtes Geröchel, die lächerlichen darstellerischen Leistungen, die völlig unglaubwürdige Rückblenden-Liebelei, die vielleicht gerade mal mediokren Effekte, die nervtötende Kameraarbeit, die billige Effekthascherei. Alles verpufft in seiner eigenen Blödheit. Bis zum nächsten Teil.

„I don't want to play anymore.“

Mies gespieltes, anstrengend langweiliges und albern inszeniertes Schmierentheater.

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