Review

Da kann ich ja lange nach "Killer Expendables" suchen, wenn der vorliegende Film, den es seit knapp zwei Wochen in den Videotheken gibt,  hier noch nicht als deutscher Alternativtitel gelistet ist...
Wie auch immer, es ist in diesem Fall vielleicht besser so, sonst kommt auch noch einer auf die waghalsige Idee, dieses Machwerk auszuleihen, in dem immerhin Ron Perlman und Armand Assante zwei namhafte Darsteller mitwursteln.

Teenager Owen (Zachary Ray Sherman) ist Schlafwandler und wird von Alpträumen geplagt, in denen immer wieder dieselben Schreckensvisionen vorkommen. Wenn der Traum wenigstens für feuchte Träume sorgen würde, hätte damit keiner Probleme. Doch Owen träumt immer wieder von Frauen, die bestialisch ermordet werden. Owen befindet sich dementsprechend in psychiatrischer Behandlung bei Dr. Ramos (Svetlana Efremova). Parallel wartet Eugene Branch (Armand Assante) in der Todeszelle auf seine Hinrichtung, die in ein paar Tagen stattfinden wird. Mit jedem Tag, mit dem sich die Hinrichtung nähert, verschlimmern sich die Alpträume von Owen. Dr. Ramos beschließt, den Traum-Analytiker Dr. Julian (Ron Perlman) zu Rate zu ziehen. Als dann Menschen in der Stadt bestialisch hingerichtet aufgefunden werden und diese den Träumen von Owen gleichen, wird dieser für die Morde verdächtigt. Was verbindet Owen mit dem Serienmörder Eugene Branch?

Wie man an der Inhaltsangabe erkennen kann, hat diese deutsche Namensvergewaltigung nichts mit Stallone´s Entbehrlichen gemeinsam. Auch die Handlung geht in eine andere Richtung - und nein, weder Perlman noch Assante tragen ein rotes Stirnband oder einen Flitzebogen auf dem Rücken.
Wenn man diesen Film irgendwo einordnen müsste, würde ich ihn in die Schublade "Drama" stecken und danach diese Schublade zuschweißen. Denn dieser Bullshit geht mal gar nicht.

Dieser Film fühlt sich von vorne bis hinten so an, als würde man einen Ikea-Schrank mit den "völlig einfachen und logischen" Anleitungen zusammenbauen. Regisseur Younglove verhaspelt sich dermaßen in seiner Story und bekommt es trotzdem irgendwie nicht auf die Reihe, dem Zuschauer seine komplizierte (und an den Haaren herbeigezogene) Geschichte verständlich zu erklären. Somit sitzt man dann da, kaut evtl. die Zehennägel ab und probiert irgendwie dem Treiben zu folgen, vorausgesetzt dass man nicht gelangweilt die weiße Flagge hisst. Denn ganz ehrlich: Wenn "Killer by Nature" eins ist, dann stinkelangweilig! Von vorne bis hinten muss man sich mit diesen langweiligen Charakteren und ihrem Umfeld rumschlagen, das es auch so nur im Drehbuch geben kann. Ab und zu wird zu Armand Assante in die Gefängniszelle geschwenkt, der grimmig schauen darf. Aber immerhin - seine Präsenz ist zwar totlangweilig, wirkt im Gegensatz zu den anderen Akteuren immerhin halbwegs lebendig. Ron Perlman tut mir echt leid. Nicht nur, dass seine Rolle die Krönung ist, nein, Perlman sieht wie frisch ausgebrochen aus dem Zoo aus, da fehlt nur noch die Banane inklusive Läuse von anderen Köpfen rauspuhlen. Nichts gegen Perlman selbst. Gerade wegen seinem, ich nenne es mal, markanten Aussehen bekommt er ja hier und da gute Rollen, aber muss man ihm echt die Haar so föhnen, dass der Arme wirklich affig aussieht? Übrigens macht auch noch Lin Shaye mit - sie ist kein großer Name, jedoch ist sie mir aus "Insidious" im Gedächtnis hängen geblieben. Doch auch sie glupscht nur aus der Wäsche und kann zu keiner Zeit Akzente setzen.

So, hab ich alles? Nein, noch nicht ganz. Denn warum das Ding hier eine KJ-Freigabe hat, weiß kein Mensch. Das wenig Blut, das man zu sehen bekommt, spritzt gegen die Wand und alles passiert im Off. Hier und da mal eine aufgeschnittene Kehle (also den Schnitt in die Gurgel sieht man nicht) und das war es dann auch schon. Vielleicht beruht die 18er-Freigabe auch darauf, dass als Mordwerkzeug eine Art Dildo mit Mini-Sägeblatt benutzt wird. 
Kommen wir zu den positiven Dingen: Der Score klingt einigermaßen harmonisch und auch die schauspielerische Leistung des Jungdarstellers Zachary Ray Sherman weiß zu gefallen. Wenn der Bub sich einen anderen Künstlernamen zulegt wird es vielleicht noch etwas mit der Karriere. Denn irgendwie erinnert er mich etwas an River Phoenix. Jo, und soundtrackmäßig mag ich einfach diese Piano-Streicher.
Trotzdem retten diese beiden Komponenten den Film nicht vor einem Totalausfall. Sie haben mich nur davor gerettet, nicht einzuschlafen. Denn Spannung oder Atmosphäre sucht man hier vergebens. Und es ist schon eine Meisterleistung mit zwei namhaften Darstellern nichtmals fünf Minuten Tempo in die Kiste zu bekommen.

Ganz ehrlich: Wer das Teil hier in seinen DVD-Player einlegt und den grausigen TV-Look sieht und spätestens nach zwanzig Minuten merkt, dass das heute nichts mehr wird mit Story oder Spannung, wird vor dem Ausschalten höchstens davon abgehalten, weil er wissen will, wie die Rotze hier zu Ende geht. Das dies mit der Holzhammer-Mehode präsentiert wird und sowieso nur einer übrig bleib, der tatsächlich in Frage kommt, ist das achso "überraschende" Ende nicht nur vorausschaubar, sondern auch unglaubwürdig.

Ganz mies.

1/10

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