Es ist hinlänglich bekannt, das man altägyptische Gräber besser nicht öffnen oder gar bestehlen sollte, denn irgendein Fluch steckt fast immer dahinter. Sobald dann doch eine Grabkammer betreten oder ein Artefakt entwendet werden sollte, muss man von den zehn Plagen bis hin zum wild gewordenen Tutanchamun mit allem rechnen, - zumindest will es uns diese TV-Produktion suggerieren.
Es begab sich in den Zwanzigern, als eine Filmcrew mit aufwendigen Kulissen eine Version der „Zehn Gebote“ drehte. Der Junge John findet im Sand eine Kiste mit einem Amulett, doch nach den Dreharbeiten verschwinden Kiste und Kulissen unter dem Wüstensand.
In der Jetztzeit ist John ein alter Mann (George Kennedy), der mit Enkel Mark seit Jahren nach jener Kiste sucht. Just zu dieser Zeit ist Archäologin Alice damit beschäftigt, die damaligen Kulissen wieder auszugraben, als man die Kiste nebst Amulett findet.
Doch damit wird eine Reihe mysteriöser Todesfälle in Gang gesetzt…
So ein richtiges Konzept steckt nicht hinter der Handlung: Mal schützt das Artefakt, mal bringt es Ärger, mal treten vereinzelte Plagen in den Vordergrund, dann wieder ein Pharao mit Hundemaske und warum ein Kerl plötzlich wie ein Besessener eine Katastrophe auslösen will, erklärt sich ebenso wenig, wie die Rolle der Freimaurer.
Egal, denn immerhin bemüht man sich um Abwechslung mithilfe kreativer Ideen, auch wenn der Einsatz jener reichlich beliebig anmutet.
So taucht ein Schwarm großer Motten auf, eine riesige Sanddüne bäumt sich auf, mehrere Schlangen erheben sich aus dem Sandboden und in regelmäßigen Abständen taucht der etwa drei Meter große Pharao auf, der allenfalls durch spezielle Inschriften oder dem glitzernden Artefakt zurückgehalten werden kann.
Dazwischen tummeln sich Klischees, wie die nimmersatten alten Professoren, ein Saufbold und Waffensammler oder der Ex der Hauptfigur, der im stetigen Clinch mit dem neuen Love Interest liegt.
Etwas nervig hingegen ist der ständig ins Geschehen eingebettete Hintergrund des männlichen Helden, der mal zwei Jahre im Irak stationiert war, dieses aber in jedem zweiten Satz erwähnt.
Die plumpe CGI sticht mit der ersten Filmsekunde bitter auf, weder etwaige Tierschwärme, noch die Schlangen und erst recht nicht irgendwelche Metamorphosen können tricktechnisch überzeugen, lediglich der zügige Szenenwechsel und der hohe Bewegungsanteil kaschieren einige Schwachstellen.
Tatsächlich ist die Action passabel in Szene gesetzt, wobei eine Hatz mit dem Strand-Buggy mitsamt Verfolgung durch Polizei einigermaßen rasant festgehalten wurde und auch final kann das Duell mit dem Pharao halbwegs überzeugen.
Darstellerisch stößt man hingegen auf keinerlei Glanzleistungen und auch der Score bleibt völlig austauschbar und klingt wie x-fach fürs selbe Subgenre verwendet.
Splattertechnisch kommt man über einen abgetrennten Arm und einer grundsolide gestalteten Enthauptung nicht hinaus, da die meisten Ableben eher wie ein harmloser Unfall aussehen oder gleich im Off stattfinden.
Positiv bleibt letztlich noch die Ausstattung zu erwähnen, welche abgesehen von der etwas zu gelackten Kulisse der Filmbauten mit ordentlichen Kostümen und den nicht ganz billig aussehenden Requisiten aufwarten kann.
Es geht also mal wieder um die Konsequenzen eines altägyptischen Fluches, um ein Heldenpaar in dauerhafter Bewegung, ein verschüttetes Filmset und dem Geheimnis der Freimaurer und einiger Wissenschaftler.
Nicht langweilig, aber ohne erkennbare Logik ausgestattet, bietet dieses Wüstenabenteuer allenfalls Futter für überaus anspruchslose Zuschauer, denen innerhalb der kargen Einöde keine naive Idee zu dumm erscheint.
Knapp
5 von 10