Edward Cole (Nicholson) hat sein ganzes Leben damit zugebracht sein Krankenhaus-Unternehmen zu einer der Top 500 Firmen des Landes auszubauen. Als er im Job ganz oben steht und sich quasi aus dem Geschäftsleben zurückziehen kann, macht ihm eine Krebsdiagnose einen Strich durch die Rechnung. Edward kommt zur Behandlung in eines seiner eigenen Krankenhäuser und wird auf Grund der von ihm festgelegten „Ein Zimmer, zwei Betten“ – Regel, auf ein Zimmer mit dem ebenfalls an Krebs erkrankten Carter Chambers (Freeman) verfrachtet. Chambers, der sein Leben lang als Mechaniker gearbeitet hat um seine Familie durchzubringen, aber eigentlich auf Grund seiner Belesenheit an der Uni dozieren könnte, erinnert sich an seine kurze Zeit an der Universität zurück, als ihm ein Professor die Aufgabe gab eine sogenannte „Bucket List“ zu erstellen, deren Namen sich aus der englischen Redewendung („Kick the Bucket“ – „Den Löffel abgeben“) ableitet. In dieser Liste sollen all die Dinge aufgeführt werden, die man noch vor seinem Tod erleben möchte. Cole von der Idee begeistert erweitert Chambers Liste um seine eigenen Punkte und die beiden todkranken machen sich, mit Coles Millionen als Taschengeld, auf, die Liste abzuarbeiten.
„The doctors gave him a 5% chance of surviving. But they had no idea how pissed of they made him.”
Wer sich jetzt die Zusammenfassung der Story durchgelesen hat und das Gefühl nicht los wird, das man die Geschichte doch irgendwo schon mal gehört hat, hat keinen an der Waffel sondern fühlt sich an Til Schweigers Knockin‘ on Heavens Door erinnert. Aber bevor man jetzt denkt die Amis fangen sogar schon an deutsche Filme zu remaken, sollte man wissen, das auch Knockin‘ on Heavens Door schon eine Art Remake war. Denn die Geschichte um zwei todkranke Patienten die sich in ihren letzten Tagen aufmachen um nochmal die Sau raus zulassen wurde zum ersten Mal 1988 im Film Hawks erzählt, in dem Timothy Dalton (James Bond) und Anthony Edwards (Dr. Mark Green aus E.R.) die beiden Totgeweihten mimten. Wie The Bucket List mit dem Thema umgeht, wollen wir uns im Folgenden etwas näher anschauen.
The Bucket List versucht erst gar nicht einen geschickten Einstieg in die Story zu geben, sondern stellt uns in kurzen 5 Minuten Abschnitten sowohl Freemans als auch Nicholsons Charakter vor, bevor sich die beiden dann zum ersten Mal begegnen. Dies war meiner Ansicht nach ein kluger Schachzug, da der Film seine ganze Kraft aus dem Zusammenspiel der beiden Schauspiel-Größen bezieht und man so dem Zuschauer, ohne große Umschweife, das bietet wofür er bezahlt hat. Die beiden Charaktere sind also zu Beginn recht eindimensional. Nicholson gibt den steinreichen alten Playboy, der sich gern auch mal daneben benimmt. Freeman hingegen den von Grund auf guten Otto-Normal-Verbraucher, der eine große Karriere aufgegeben hat um seinen Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Diese beiden so gegensätzlichen Charaktere auf einem kleinen Zimmer zusammengepfercht zu sehen, bietet schon genug Momente für komische Situationen. The Bucket List nutzt dies auch voll aus und schafft es trotz der eigentlichen traurigen Atmosphäre eine Fülle an guten Gags zu bieten. Wenn sich die beiden Kranken dann zusammengerauft haben und sich aufmachen die Liste abzuarbeiten, verwandelt sich der Film von einer eher Dialog-gesteuerten Komödie in eine Art Road-Movie. Hier werden dann ganz klar die Stärken der Geschichte ausgespielt. Es macht Freude den beiden routinierten Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie durch die Weltgeschichte reisen und sich zwischendurch mit lustigen Streitgesprächen die Bälle zuspielen. Von Sky-Diving, Wild-Safari, über Autorennen, bis hin zum Eintritt in den „Mile High Club“ wird nichts ausgelassen. Natürlich vollziehen die Charaktere auf ihrer Reise eine Wandlung und erkennen langsam aber sich worauf es im Leben eigentlich ankommt. So werden aus den zu Beginn einfach gestrickten Charakteren, komplexe Gebilde mit Tiefgang. Rob Reiner hat es dabei allerdings geschafft, das Finale des Films nicht zu klischeehaft wirken zu lassen, nur um beim Zuschauer die Tränen hervorzurufen. Gegen Ende schließt sich die Geschichte zu einem runden Ganzen ab, das als wunderbare Komödie mit einem Schuss Drama und Lebensweisheit daherkommt.
Nicholson und Freeman stemmen den Film praktisch im Alleingang auf ihren Schultern. Die komplette Story, das sollte hier auch nicht verschwiegen werden, ist von vorn bis hinten an die beiden Schauspieler angepasst. „Star-Vehikel“ wäre der treffendste Begriff. Einige Filme haben schon gezeigt, dass ein großer Star als Zugpferd nicht ausreicht um eine marode Story zu retten. Hier aber geht die Vorgehensweise total auf. Nicholson und Freeman passen perfekt zu ihren Rollen und spielen so routiniert und wunderbar wie man es von Ihnen gewohnt ist. Da vergisst man manchmal sogar worum es eigentlich geht und hofft das die Beiden noch eine wahnwitzige Aktion abliefern. Leider verblassen dabei die Nebenrollen ein wenig. Einzig Sean Hayes, der den meisten als Jack McFarland aus Will & Grace bekannt sein dürfte, kann aus dem restlichen Cast herausstechen. Ihm obliegt es dann auch den Film zu beenden.
Regisseur Rob Reiner beweist auch mit seinem neusten Werk, dass er es nicht verlernt leichtfüßige Komödien zu drehen, die einen Schuss Tiefgang besitzen. Wenn man also einen lockeren Abend im Kino verbringen will und was sucht wo man Lachen kann aber auch ein bisschen was zum Nachdenken bekommt, trifft mit The Bucket List die richtige Entscheidung.