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Lovecraftsche Tentakeln auf Amateurniveau in 97 Minuten Halbdunkel, - erschreckend, wie überzeugt manche Indie-Filmemacher von sich sind, um ein Nichts an Story und Inszenierung derart in die Länge zu ziehen. Die Form eines Kurzfilms hätte einem demgegenüber viel erspart, allerdings noch lange keinen brauchbaren Beitrag geliefert, denn hier fallen sämtliche Zutaten hoffnungslos unterirdisch aus.

Die Story beschränkt sich darauf, dass eine Gruppe von Studenten einen seit Tagen verschwundenen Professor sucht und infolgedessen ein langes Tunnelsystem hinter der Tür einer Abstellkammer betritt. Kurz darauf schlängeln sich Tentakeln durch die Gänge und nehmen die menschliche Form ihrer Opfer an, während Nancy und Jack verzweifelt nach einem Weg zurück suchen.

Mal abgesehen von dem okayen Sounddesign, bestehend aus knarzigen Hüllkurven, stimmt hier gar nichts. Innerhalb der schwammigen Bildqualität ist sogleich ersichtlich, warum man die Darsteller nie zuvor erblickte und wohl auch nie wieder sehen wird. Und wenn die sich dann, wie alles andere als faszinierende Persönlichkeiten, durch die Dunkelheit bewegen, wird die Geduld des Betrachters auf eine verdammt harte Probe gestellt.
Denn überwiegend sieht man kaum etwas von den Kulissen, sondern nur Gesichter, die angestrahlt von Taschenlampen und dem Schein von Leuchtkabeln durch die Gegend tappen.
Zwar wackelt die Kamera nicht und liefert ruhige Einstellungen, doch eindimensionale Szenen ziehen sich teilweise minutenlang.

Ohnehin stellt sich die Frage, warum die Gruppe, die nach eigenen Angaben bereits mehrere gefährliche Expeditionen hinter sich brachte, mit einer so spärlichen Ausrüstung in die unbekannte Dunkelheit eindringt, mit dem Wissen, dass ein weitaus erfahrener Professor nebst Anhang höchstwahrscheinlich jener unbekannten Gefahr erlegen war.
Außerdem wird nicht ersichtlich, warum einer mit einem offenen Beinbruch (er ist irgendwo drüber gestolpert, das konnte man nicht erkennen), kurz nach dem Unfall Lust aufs Bömbeln mit einer Dämonisierten hat.
Das sind allerdings die kleineren Probleme, mit denen dieser Langweiler zu kämpfen hat, denn es passiert einfach zu wenig.

Nachdem das erste Opfer, welches die Expedition erst gar nicht antreten wollte, außerhalb des Hauses von Tentakeln attackiert wird, Blut spuckt und wie ausgewechselt wieder zurück kommt, geht es mit dem allgemeinen Unterhaltungswert steil bergab.
Nach einiger Zeit findet man einen Schlafsack unter dem etwas blubbert, hört Geräusche wie Lasso schwingen, die Gruppe wird getrennt (man sieht noch weniger), man findet einen Abgrund, springt über einen solchen und ab und an tauchen schlecht animierte Tentakel auf, die entweder eigenständig durch die Dunkelheit huschen oder sich am Körper eines Opfers schlängeln.
Warum das alles so ist, wird kaum erläutert. Hinter dem Tor zur Spinner-Dimension schnappen sich halt irgendwelche Parasiten menschliche Hüllen.

Das ist einseitig, liefert minimales Tempo und macht schlicht keinen Spaß.
Nahezu irrelevant zu erwähnen, dass die ungenaue Synchro teilweise ganze Sätze unterschlägt, während die kaum markanten Mimen weiter ihren Mund bewegen.
Hier herrscht Dilettantismus auf allen Ebenen, selbst am Ende will einfach keine Spannung aufkommen, obgleich sich das Heldenpaar gegen zahlreiche infizierte Gestalten zur Wehr setzen muss. Die ganz wenigen Bluteffekte gleichen sich dem unsäglichen Niveau an, da wird zwar final noch mit wechselnder Ausleuchtung zwischen Blau und Gelb gespielt, einen Sinn ergibt dieser Effekt jedoch nicht.
Ergo erspart man sich besser dieses einschläfernde Machwerk, bei dem es außer Schwarz mit Gesichtern ohnehin nicht viel zu erspähen gibt.
Nah an der Grenze des Unsehbaren,
2 von 10

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