Von der Thematik her könnte man "Nur Tote überleben" fast als einen Vorläufer zur Reihe "Final Destination" betrachten, nur dass es hier nicht um spektakuläre Ableben, sondern um einige gruselige Erscheinungen geht. Regisseur Thom E. Eberhardt verschenkt allerdings reichlich Potential, indem zu viele redundante Szenen vom eigentlichen Kern abdriften.
Werbeproduzentin Denise überlebt als einzige einen Flugzeugabsturz. Ihr behandelnder Arzt Dr. Richardson warnt sie vor möglichen Schuldgefühlen und Depressionen, welche Menschen infolge eines solchen Unglücks davon tragen können. Als Denise kurz darauf immer häufiger starr verharrende Gestalten an unterschiedlichen Orten wahrnimmt, geht ihr langsam ein Licht auf...
Eberhardt greift ein wenig die Töne von "Tanz der toten Seelen" auf, vermengt sie mit "Nacht der lebenden Toten" und setzt dabei auf eine recht dichte Atmosphäre, welche neben den vielen dialoglastigen Szenen zu den wenigen Highlights der Geschichte zählt. Hauptfigur Denise erhält zwar eine brauchbare Figurenzeichnung und auch ihr Arzt und gleichzeitiges Love Interest geht als Sympathieträger durch, doch das Geschehen tritt viel zu lange auf der Stelle, bevor die erste Geistererscheinung ins Spiel kommt.
Auch wenn diese Gestalten ein wenig wie Zombies anmuten, liegt der Reiz des Ganzen eben darin, dass diese nichts tun, als stumm in einsamen Gegenden wie Parkhaus oder Landstraße zu stehen, was dem Zuschauer zunächst einige Rätsel aufgibt. Erst als Dr. Richardson beim befreundeten Pathologen nachhakt, was es mit den Toten auf sich hat, die für eine Weile aus dem Leichenschauhaus verschwinden oder triefend nass geborgen werden, obgleich sie im Auto starben, dämmert es dem Mediziner.
Zur gelungenen Stimmung trägt nicht nur der ordentlich ausgearbeitete Score bei, sondern primär die gute Kamera, welche effektiv mit einige Distanzen spielt und den Zuschauer mit einigen Blickwinkeln genauso im Unklaren lässt wie unsere Protagonistin.
Auch darstellerisch ist nicht viel anzukreiden, wobei der Arzt ein wenig zu jung ist, um als solcher durchzugehen.
Erst in den letzten zwanzig Minuten wird ein wenig Licht ins Dunkel gebracht, was durch eine Schauspielerin mit düsteren Vorahnungen, über die man gerne etwas mehr erfahren hätte, ausgelöst wird. Das Ende passt durchaus zur trüben Grundstimmung des Streifens und auch die letzten Einstellungen dürften Genrefans mit einem leichten Schmunzeln zurücklassen.
"Nur Tote überleben" weiß auf atmosphärischer Ebene ein ums andere Mal zu punkten und Splatterfans können neben einem Messerstich immerhin einen zerteilten Körper mit offen gelegten Innereinen zu Gesicht bekommen. Nur leider hinterlässt der viele Leerlauf einen faden Beigeschmack, der das Gesamtergebnis deutlich nach unten zieht, denn ungewöhnlich ist die Story mit den umherirrenden Toten allemal, nur fehlt dieser eben die Konzentration aufs Wesentliche.
Knapp
6 von 10