Conquest of Paradise meets L´Aldila! Lucio Fulci, der irgendwie eine Vorliebe für aufgespießte Augen zu haben scheint (in „The Beyond“ waren´s gleich zwei Szenen dieser Art, hier gibt es schon wieder so eine) hatte wohl mal Lust auf etwas Sonne und verlegte seinen Zombie-Schocker “Woodoo” größtenteils auf eine tropische Insel mitten in atlantischer Idylle. Dabei ist die Handlung mal wieder so typisch belanglos, aber der Rest kann sich wirklich sehen lassen!
In New York treibt ein führerloses Segelschiff. Als die Polizei es betritt und untersucht, wird ein Beamter von einem zombieähnlichen Wesen angegriffen und getötet. Das lockt nicht nur die Tochter des Schiffsbesitzers Ann Bowles (Tisa Farrow) an, der Wissenschaftler auf einer Insel im Atlantik war, sondern auch die Presse in Form des Reporters Peter west (Ian McCullough, genau wie Tisa Farrow kein unbeschriebenes Blatt im Italo-Horror-Genre), der eine heiße Story wittert. Gemeinsam gehen sie der Sache nach, und schließlich führt sie ihr Weg zusammen mit einem anderen Pärchen auf die verfluchte Insel Matul, auf der nicht alles mit rechten Dingen zugeht: die Bewohner sterben an einer seltsamen Krankheit und kehren schon kurz darauf als Untote wieder zurück...
...und schon gleich brennt ohne nähere Erläuterungen ein eisenharter Survivalkampf vor tropischer Inselkulisse aus, in der es der italienische Altmeister mal wieder so richtig zünftig krachen lässt. Haben sich hier Leute über spärlich gesäte Goreeffekte beschwert? Es sollte eigentlich klar sein, dass man sich Filme mit dem Titel „Die Schreckensinsel der Zombies“, Herkunftsland Italien, Entstehungszeit um 1980 herum nicht mit einer 16er-Freigabe holen sollte, denn die sind dann meistens stark geschnitten! :-) Ich verstehe es nicht. Gewaltmäßig wird hier meiner Meinung sogar Fulcis Glanzwerk „The Beyond“ durchweg getoppt. Die Zombies sehen gut aus und sind reichlich, und das kann man über die Splattereffekte ebenfalls aussagen! Der Streifen ist absolut kurzweilig, bietet viel Erwartetes und braucht sich hinter keiner Genregröße verstecken. Zwar ist wie schon gesagt die Handlung Fulci-typisch und wandert direkt in die Tonne, aber der Rest spricht für sich. Die Schauspieler sind vergleichsweise okay, das Setting ist ungewöhnlich aber nicht langweilig, und die Action ist top. Einzig das ständige Buschgetrommel könnte dem ein oder anderen irgendwann auf den Sack gehen, aber auch das ist Geschmackssache. Positiv hervorheben möchte ich noch die Schlusspointe und den Abspann, der sich in die letzten Bilder hineinmischt – ich will es nicht vorwegnehmen, aber die Szene zeigt, dass Fulci wirklich mehr drauf hatte als billiges Gesplattere.
Wer Zombiefilme mag kommt um dieses Werk auf keinen Fall herum! Unbedingt sehen!