Nachdem Romeros „Dawn of the dead“ vor allem in Europa zum Hit avancierte wurde es allerhöchste Eisenbahn für die Italiener ebenfalls einen Zombiefilm zu drehen, um aus dem aktuellen Hype auch ordentlich Geld zu schäffeln.
1979 war es dann auch soweit – Lucio Fulcio liess in Woodoo seine Spaghetti-Zombies auf das Pulikum los.
Die Story ist für Italo-Verhältnisse sogar noch ziemlich gut. Nachdem in New York ein verwahrlostes Schiff mitsamt Zombie an Bord einläuft forscht ein Reporter (Ian McCulloch) nach. Schnell tut er sich mit einer Dame zusammen, deren Vater dieses Schiff gehörte. Zusammen finden Sie heraus das er zuletzt auf „Matul“, einer karibischen Insel hauste.
Mr. Reporter erhofft natürlich eine gute Story und schon sind er und die holde Maid auf dem Weg nach Matul, der Schreckensinsel der Zombies,
Fulci hat es sich sicherlich zur Aufgabe gemacht einen ähnlich guten Streifen wie Romero abzuliefern, aber das ist ihm nicht ganz geglückt. Zwar ist „Zombi 2“ einer von Fulcis besten Filmen, aber im Vergleich zu „Dawn“ zieht er fast immer den kürzeren.
Das Zombievergnügen geht alleine schon bei der Besetzung los. Ian McCulloch, Al Cliver, Tisa Farrow – das KONNTE ja nur spassig werden. Sie spielen allesamt ihre Rollen gut runter, aber wirkliche Glanzpunkte darf man ja nicht erwarten. Es ist aber auf eine gewisse Art und Weise schon beachtlich solche (teils doch etwas absurden) Dialoge einigermassen zu präsentieren – dafür meinen Respekt.
Respekt gebührt auch Sergie Salvati hinter der Kamera. Seine Arbeit wertet den Film durchaus auf. Egal ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft... die Kamera fängt wirklich schöne Bilder ein. Vor allem die Tauchsequenz wirkt wunderbar fotografiert und macht Freude – bis der Hai kommt und dann vom Zombie in die Flucht geschlagen wird.
Sorry Maestro Fulci, aber diese Szene wirkt alleine durch die Tatsache das sie existiert schon lächerlich und wird durch die Tatsache das dem Hai die Flossen anscheinend innerhalb von Sekunden nachwachsen auch nicht besser.
Und wenn wir gerade beim Thema lächerlich sind sollten wir mal über die Soundeffekte reden. Diese sind teilweise nämlich tierisch übertrieben. So klingt dahinplätscherndes Blut wie ein Wasserhahn, schmatzende Zombies als würde man gerade durch einen Eimer Fischeier rennen usw.
Schade eigentlich, denn über weite Strecken schafft der Film es doch tatsächlich eine gute Atmosphäre aufzubauen und lässt einem die Lücken im Drehbuch vergessen. Bereits bei der Durchsuchung des verwahrlosten Schiffes kommt kurzzeitig ein wenig Grusel auf. Danach ist natürlich erst einmal nix gruselig da man die Figuren kennenlernen muss. Doch sind McCulloch und Co erstmal auf Matul bleibt die Spannung erhalten, nachdem das Unheil durch die vielleicht beste Szene im Film sehr deutlich wurde. Ich will nicht zuviel verraten, aber das Rendevous von Olga Karlatos, einem Zombie und einem mächtig grossen Splitter ist wirklich klasse, egal ob effektetechnisch, stimmungsmässig oder kamerateschnisch.
Lobend erwähnen will ich auch den Showdown in dem der Trupp sich verbarrikadiert und sich gegen die nahenden, zahlenmässig haushoch überlegenen Untoten, verteidigen muss. Ich habe bisher noch keine bessere „Eingeschlossene kämpfen gegen Zombies Szene“ gesehen.
Last but not least noch ein Wort zu den Masken und Gore-FX. Beides weiss zu überzeugen, aber das war bei Lucio „Splatterikone“ Fulci wohl kaum anders zu erwarten. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen um Kunstblut fliessen zu lassen.
Fazit:
Spassiger Zombiestreifen made in Italy. Leicht trashige Leistungen in Sachen Drehbuch und Schauspielerei, “angenehme“ Atmosphäre gepaart mit drastischen Effekten – Da lacht das Italo-Horror-Herz.
Kleine Abzüge für Soundeffekte und die ein oder andere unnötige Szene.
8 von 10